I'm a jew, fuck you? – Ohne Holocaust kein Punk. Jewish Pop nach dem 7. Oktober
- 20:00 Uhr
Der Song der englischen Band The Long Decline erinnert daran, wer Juden zu Juden macht, wer sich warum Juden hält, als inneren Feind, als äußeren Feind, den (einfluss) reichen Juden, den sexuell potenten Juden, den holocaustprivilegierten Juden. „I'm a jew“ stammt aus dem Jahr 1995 und wurde damals von den Wenigen, die das Lied gehört haben, gefeiert als ermutigendes Beispiel für ein neues jüdisches Selbstbewußtsein im Pop, das offensiv mit der Opferrolle bricht. „I'm a jew, fuck you“ appelliert nicht auf devote Art an die philosemitischen Gönnerdeutschen. The Long Decline sind Juden, sie sagen es, und wem das nicht passt, der bekommt den Mittelfinger.
„I'm a jew, fuck you. Ohne Holocaust kein Punk.“ Unter diesem Motto erzählt Klaus Walter in Wort & Bild & Sound die weitläufige und widerspruchsreiche Geschichte von Jewish Pop – wobei Jewish Pop allenfalls ein Container sein kann für die unterschiedlichsten Musiken der letzten 124 Jahre (oder so), von „Blitzkrieg Bop“ bis „White Christmas“ (ja, doch), von „Dachau Disney Disco“ bis „Strange Fruit“, von Carole King bis Sleater-Kinney, von den Beastie Boys bis Nina Simone, von Janis Ian und Haim bis Bob Dylan.
Eintritt: frei