Vorwort

Bald sind die Dächer der Synagoge und des Gemeindezentrums repariert und das Zentrum jüdischen Lebens in Chemnitz wird so ertüchtigt sein, wie es schon vor Jahren geplant war.

In den Mittelpunkt der 27. Tage stellen wir das Jubiläum Israels. Vor 70 Jahren wurde der Staat begründet, nachdem die UN-Generalversammlung die Teilung Palästinas beschlossen hatte. Für die Einen war die Gründung das glückliche Ergebnis von 100 Jahren Bemühungen um einen eigenen Staat, für die anderen eine schmerzvolle Teilung durch die Kolonialherren und für Viele eine dringende und zwingende geschichtliche Notwendigkeit bei der Neuordnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem Tag der Unabhängigkeit Israels begann ein Krieg im Nahen Osten, der heute noch nicht beendet ist und unser unterschiedliches Engagement fordert. Wir hoffen auf Verständigung und leisten unseren Teil.

Vor zwei Jahren haben wir einen Austausch von Studenten begründet jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter und laden Kinder und Jugendliche der Musikschule aus Kiryat Bialik nach Chemnitz in Gastfamilien ein, um Chemnitzer Kinder und Jugendliche kennenzulernen und gemeinsam mit ihnen zu musizieren. Und in diesem Jahr werden auch wieder die deutschen Teilnehmer des Austauschs nach Israel fahren.

Kiryat Bialik wurde 1934 von einer Gruppe von Einwanderern aus Deutschland gegründet. Zunächst wurde das Wohngebiet als „Wohngebiet der Einwanderer aus Deutschland“ bezeichnet. Im gleichen Jahr starb der Nationaldichter Chaim Nachman Bialik, und nach seinem Namen wurde sodann die Siedlung Kiryat Bialik genannt. In den letzten Jahren hat Kiryat Bialik mehr als 7000 Immigranten aus den Gebieten der ehemaligen UdSSR und aus Äthiopien aufgenommen.

Wieder sind zahlreiche Veranstaltungen von mehr als 20 Veranstaltern zusammengekommen, eine Mischung aus Ausstellungen, Konzerten, Theater, Filmen, Vorträgen, Führungen und Schulbesuchen.

Wir setzen das besondere Angebot nicht nur für junge Leute – aber besonders für die Generation unter 30 – über die israelisch/berliner Musikszene und mit den Vorträgen in Zusammenarbeit mit dem Studentenrat der Technischen Universität Chemnitz fort.

Wir danken allen Engagierten, insbesondere der Stadt Chemnitz für ihre Unterstützung und der Schirmherrin unserer Tage, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, sowie dem Verein „Judentum Begegnen“ und für sein beispielhaftes Engagement Herrn Frank Blumstein.

 

Egmont Elschner
Vorsitzender Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz e.V.