Programm 2020

Feb
27
Do
Das Tote Meer in der Bibel @ SMAC
Feb 27 um 18:00
Das Tote Meer in der Bibel @ SMAC

Strafe für Sünden – Symbol für eine heilvolle Zukunft

Referent Prof. Dr. Wolfgang Zwickel, Evangelisch-Theologische Fakultät an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Obwohl das Tote Meer völlig abgelegen in einer lebensfeindlichen Welt liegt, werden Orte und Handlungen an seinen Ufern überraschend häufig in der Bibel erwähnt. Sodom und Gomorrha sind dabei ebenso gut bekannt wie die Landnahme Israels, die mit der Eroberung Jerichos verbunden ist. Aber auch viele weniger bekannte Texte erzählen Spannendes und Aufregendes von dieser Gegend, Unheilstaten kommen ebenso vor wie Heilsgeschichten. Der Vortrag will einerseits in die Geschichte des Toten Meeres einführen, aber auch einige der sehr vielfältigen Texte anschaulich erläutern.

Hinweis: Für Träger*innen von Hörhilfen ist eine Induktionsschleife im Vortragssaal verlegt.

Sonderausstellung „Leben am Toten Meer“

Mrz
2
Mo
Weltbürgertum statt Vaterland @ Montessorischule und Karl-Schmidt-Rottluf-Gymnasium
Mrz 2 ganztägig

Antisemitismus im Rechts-Rock

Vorträge in Chemnitzer Schulen:

  • 02.03. Montessorischule
  • 02.03. Karl-Schmidt-Rottluf-Gymnasium
  • weitere in Planung

Öffentlicher Vortrag um 20 Uhr im Atomino.

Antisemitismus im Netz – Incels @ Universität Weinholdbau
Mrz 2 um 19:00

Zur Sprache und Ideologie eines Online-Kults: Veronika Kracher

Content Warning: In dem Vortrag werden Misogynie, Mord und sexuelle Gewalt (auch gegen Kinder), als auch Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Transphobie thematisiert.

„Ein mit Schusswaffen und Granaten ausgestatteter, 27 Jahre alter Neonazi aus Sachsen-Anhalt versucht in die Synagoge von Halle an der Saale einzudringen. Sein Ziel ist es, die mehr als 70 Gläubigen, die sich dort zum Gebet versammelt haben, zu ermorden. Auf seinen Helm hat er ein Smartphone montiert: Die Tat wird live auf dem Streaming Portal twitch.tv übertragen. Das Video verbreitet sich innerhalb von kürzester Zeit. Es offenbart die verstörende Ideologie eines neuen Typus von Rechtsterrorimus. „Incel“ ist die Kurzform für „Involuntary Celibate“- unfreiwillig im Zölibat lebend. Denn dieses jedoch nur scheinbar unfreiwillige Zölibat konstituiert die komplette Identität dieser frustrierten jungen Männer.

In diesem Vortrag wird anhand sozialpsychologischer Analysen, als auch hermeneutischer Textarbeit, die Ideologie der wohl toxischsten aller männerbündischen Gruppen erklärt und herausgearbeitet wo die Verbindungslinien zum Antisemitismus liegen.

Referentin: Veronika Kracher ist freie Publizistin und Referentin mit den Themenschwerpunkten Feminismus, Antisemitismus, Alt-Right und Incels.

Eine Veranstaltung des Referats für Antidiskriminierung des Student_innenrats der TU Chemnitz.

Weltbürgertum statt Vaterland @ Atomino
Mrz 2 um 20:00

Antisemitismus im RechtsRock

RechtsRock ist die „Einstiegsdroge Nr. 1“ in die Neonazi-Szene, die Inhalte extrem rechter Musik begeistern vor allem junge Menschen.
Die Feindbilder sind in den Liedtexten facettenreich. Dabei stellt sich die Frage: Welche Rolle spielt Antisemitismus? Eines steht fest:
Die „jüdische Weltverschwörung“ kann die Machtverhältnisse in Politik, Wirtschaft und Medien auf eine einfache Weise scheinbar erklären.
Timo Büchner zeigt anhand einer Vielzahl erschreckender Liedtexte, wie antisemitische Bilder und Stereotype in den Liedtexten
verschlüsselt werden.
Der Autor: Timo Büchner studierte Politische Wissenschaften, Soziologie und European Studies an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
und Hong Kong Baptist University sowie Jüdische Studien an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg.
In der Initiative „Mergentheim Gegen Rechts“ engagiert er sich seit 2014 gegen die extreme Rechte.

Mrz
3
Di
Die Jüdische Gemeinde in Chemnitz in der SBZ/DDR (1945-1961) @ TIETZ, Neue Sächsische Galerie
Mrz 3 um 18:30

Vortrag von Dr. Nitsche

Anlässlich der Übergabe des alten Kontorhauses der früheren Aktienspinnerei (Straße der Nationen 33) an die Jüdische Gemeinde vor über 70 Jahren soll anhand von ausgewählten Fotografien und Dokumenten das Leben der Chemnitzer Juden nach 1945 nachgestellt werden. Gemeinsam begeben wir uns auf Spurensuche und versuchen die Hintergründe und Geschichte von Porträtaufnahmen und Fotos von jüdischen Zweckbauten (Gemeindehaus) zu entschlüsseln. Wie gestaltete sich der Alltag der zurückgekehrten Juden und Jüdinnen in Chemnitz?

Vor dem Vortrag wird eine szenische Arbeit von Schülern der Montessori-Schule gezeigt zu Alice Glaser. Dr. Jürgen Nitsche versorgte das Projekt mit seinen Recherchen.

Mrz
4
Mi
Dr. Evgeni Berkovich „Albert Einstein und die jüdische Welt“ (in russischer Sprache) @ Jüdische Gemeinde // Еврейская община Хемница
Mrz 4 um 18:00

Лекция д-ра Евргения Берковича „Альберт Эйнштейн и еврейский мир“. (на русском языке)

Д-р Евгений Беркович (Ганновер, Германия), публицист, историк, издатель. Окончил физический факультет МГУ им. Ломоносова, кандидат физ.-мат. наук, доктор естествознания (Германия). Создатель и главный редактор журналов «Семь искусств», «Заметки по еврейской истории» и ряда других изданий. Автор книг «Заметки по еврейской истории» (М., 2000), «Банальность добра. Герои, праведники и другие люди в истории Холокоста» (М., 2003), «Революция в физике и судьбы ее героев. Томас Манн и физики ХХ века» (М., 2017), «Революция в физике и судьбы ее героев. Альберт Эйнштейн в контексте истории ХХ века» (М., 2018). Публиковался в журналах «Новый мир», «Знамя», «Иностранная литература», «Вопросы литературы», «Нева», «Человек» и многих других изданиях.

Das Antlitz der Alten umschönen. Altern im Judentum @ TIETZ, Neue Sächsische Galerie
Mrz 4 um 19:00

Stephan M. Probst

Wir wollen alle lange leben, aber keiner möchte dabei alt werden. Die Anti-Aging-Bewegung, die das Alter wie eine Krankheit bekämpft, führt uns die Verachtung vor Augen, die unsere Gesellschaft dem Alter entgegenbringt. Die inzwischen sehr hohe Lebenserwartung wird daher sehr ambivalent wahrgenommen. Zwar sehen wir gewonnene Lebenszeit als Geschenk; die Vorstellung, im Alter aber körperliche und geistige Fähigkeiten und damit vermeintlich an Wert zu verlieren, macht uns Angst. Viele fragen sich, ob ihr Leben im Alter menschenwürdig bleiben wird. Einen völlig anderen Umgang mit dem Älterwerden und dem Alter lehrt uns die jüdische Tradition. Sie kann uns helfen, Alter und Hinfälligkeit als Teil unseres Lebens anzunehmen und zeigen, dass auch ein Leben mit zunehmendem Angewiesensein auf Hilfe trotzdem menschenwürdig ist.

Kritik des Antisemitismus @ TU Weinholdbau
Mrz 4 um 19:00

Formen des Judenhasses von der Antike bis zur Gegenwart: Ingo Elbe

Der Hass auf Jüdinnen und Juden ist auch noch im 21. Jahrhundert ein weltweit verbreitetes und mörderisches Phänomen. Nicht nur islamistische Regime wie der Iran und die vom ihm unterstützten Terrorgruppen Hamas und Hisbollah bedrohen oder ermorden regelmäßig Jüdinnen und Juden, auch in den ‚westlichen‘ Gesellschaften grassieren antisemitische Vorstellungen – auf allen Seiten des politischen Spektrums, in allen sozialen Schichten und Berufsgruppen, bei berühmten Dichter_innen und Philosoph_innen, bekannten Journalist_innen, muslimischen und christlichen Friedensfreund_innen, linken Aktivist_innen und rechten Populist_innen. Dabei tarnen sich antisemitische Ideologien nach Auschwitz oft semantisch, was es nicht leicht macht, sie zu erkennen. Manchmal glauben die Vertreter_innen des neuen alten Antisemitismus auch wirklich, sie seien Humanist_innen und könnten daher gar nicht antisemitisch denken und handeln, was die Sache eher gefährlicher macht. Insbesondere im Hass auf Israel, firmierend unter dem Label der „Israelkritik“, setzen sich sämtliche Topoi des bisherigen Antisemitismus und die Bedrohung der Jüdinnen und Juden fort. Der Vortrag stellt die zentralen Formen des Antisemitismus, vom christlich-religiösen über den klassisch-modernen bis hin zum Antisemitismus nach Auschwitz vor.

Referent: Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg. In seinem zuletzt erschienenen Buch „Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt“ untersucht er theoretische Analysen der strukturellen Herrschaftsverhältnisse im modernen Kapitalismus sowie ihrer regressiven Verarbeitungsformen in faschistischen und antisemitischen Ideologien.

Eine Veranstaltung des Referats für Antidiskriminierung des Student_innenrats der TU Chemnitz.

Mrz
9
Mo
Die Ursprünge unseres Alphabets @ Jakobisaal
Mrz 9 um 19:00

Hebräisch mit Daniel J. Naumann

Leseversuche in der Hebräischen Bibel und an der Mescha-Stele – eine Veranstaltung für Interessierte ohne Vorkenntnisse. Daniel J. Naumann ist Hebräischlehrer am Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz, der TU Chemnitz, sowie der TU Dresden.

Karl Fruchtmann – ein jüdischer Erzähler @ TIETZ, Neue Sächsische Galerie
Mrz 9 um 19:00

Vorstellung einer Filmedition

Karl Fruchtmann schuf ein überzeugendes und starkes filmisches Werk (siehe Filmvorführung im weltecho am 2. März): Trotzdem ist er als Regisseur in Vergessenheit geraten. 1915 in Meuselwitz geboren, wurde er als Jude verfolgt und in den Konzentrationslagern Sachsenburg und Dachau inhaftiert. Er emigrierte nach Palästina und machte später Karriere als Manager bei der größten israelischen Fluggesellschaft El Al. 1958 entschied er sich zur Rückkehr in die Bundesrepublik und begann seine Karriere zum Regisseur mit einem Volontariat beim WDR. Seine Arbeiten, v.a. bei seinem späteren Heimatsender Radio Bremen, setzten literarische Stoffe, eigene Geschichten und Erlebnisse sowie seine Auseinandersetzung mit der Shoah in Bild und Ton um. Dabei zeichnet sich sein Werk durch tiefgründige und durchdachte Filmeinstellungen und -erzählungen aus. Sein eindrücklichstes Werk ist der Film „Kaddisch nach einem Lebenden“.

Die Veranstaltung möchte Karl Fruchtmann und sein Werk wieder in Erinnerung rufen und der Frage nachgehen, warum er vergessen werden konnte. Dabei wird Dr. Torsten Musial, Leiter des Archivs Film- und Medienkunst in der Akademie der Künste, Einblicke in die 2020 erscheinende Filmedition geben.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation der Initiative Klick und der Volkshochschule Chemnitz