Programm 2019

Mrz
23
Sa
a wie Architektur @ SMAC
Mrz 23 um 14:00

Das spektakuläre Gebäude mit der gebogenen Fassade ist heute Sitz des sächsischen Archäologiemuseums smac. Neben der archäologischen Dauerausstellung widmen sich drei Ausstellungsbereiche der bewegten Geschichte des Kaufhauses. 1927 entworfen von dem international renommierten Architekten Erich Mendelsohn im Auftrag des Warenhauskonzerns der Gebrüder Schocken nahm es sich inmitten der damaligen Gründerzeitbebauung wie ein extra-terrestrisches Objekt aus. Die Führung zu dem Architekten Erich Mendelsohn, zum Warenhauskonzern Schocken und zu Konzernbegründer Salman Schocken berichtet von Visionen und Tatendrang – aber sie versinnbildlicht auch die deutsch-jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Let there be bridges not borders – Internationale Hip Hop-Nacht @ weltecho
Mrz 23 um 22:00

Wir bringen die israelische Rap Band Pele Ozen, die arabisch-muttersprachige Rapperin Safaa Hathot und den DJ Ramzy Al Spinoza nach Chemnitz um gemeinsam mit Chemnitzer Rapper*innen, Musiker*innen und DJs zu musizieren, sich auszutauschen und einen fulminanten Abend im Zeichen von Poesie, Vokalakrobatik, Beats und Bass zu gestalten. In all der Liebe vereinen uns doch die Gemeinsamkeiten, wie die Liebe zum Groove, eine positive Haltung dem Leben gegenüber, der Anspruch Ungerechtigkeit zu bekämpfen und für ein gutes Leben für alle einzustehen… in welchem Medium ließe sich das besser ausdrücken als in der universellen musikalischen Sprache der Straße.

Mrz
24
So
Heimat – Ort der Sehnsucht, Ort der Verzweiflung @ Jüdische Gemeinde
Mrz 24 um 11:00

Seminar zum Motto 2019

Änderung: Frau Prof. Dr. Julia Bernstein musste leider aus persönlichen Gründen absagen. Es werden Impulse von Herrn Dr. Thomas Feist, dem gerade berufenen Beauftragten für jüdisches Leben in Sachsen, von Frau Etelka Kobuß, der Integrationsbeauftragten der Stadt Chemnitz, von Prof. Dr. Rafi Wertheim, Kiryat-Bialik Israel und von Frau Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Chemnitz gegeben. Anschließend Diskussion. Moderation: Egmont Elschner

Prof. Dr. Julia Bernstein und Prof. Dr. Rafi Wertheim werden in das Thema einführen. Insbesondere Chemnitzer Erfahrungen sollen den Hintergrund der Diskussionen abgeben, die auch die Beiträge während der 28. Tage der jüdischen Kultur einbringen.

Prof. Dr. Julia Bernstein hat die Professur für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurter University of Applied Sciences. Sie erhielt den Scardigli-Preis: Was bedeutet es, als jüdisch-russischer Migrant im Ausland zu leben? Die Kulturanthropologin Dr. Julia Bernstein untersucht diese Frage aus der Perspektive von Konsumgewohnheiten und Alltagsleben russisch-jüdischer Migranten in Deutschland und Israel. Insbesondere die Einkaufs- und Essgewohnheiten nimmt sie als herausragende Praktiken symbolischer Welterschließung und Identitätssicherung in den Blick. Die in Israel geborene Forscherin prüft in ihrer faszinierenden Forschungsarbeit Begriffe wie „Zuhause für Einwanderer“, „Heimat“, „kulturelle Werte des Migranten“, und „Integration“ und definiert diese neu. Sie zeigt, wie Migranten die Widersprüche ihrer multiplen Identitäten bewältigen, was es beispielsweise heißt, ex-sowjetisch siegreich, jüdisch und Holocaustopfer, hochqualifiziert und Sozialhilfeempfänger in Deutschland zu sein. Anhand der Ess- und Konsumgewohnheiten entwirft sie das Bild einer reichhaltigen sozialen Wirklichkeit.

Prof. Dr. Rafi Wertheim hat zweifelsohne Kiryat Bialik zur Heimat, ist aber in der ganzen Welt zu Hause, ständig von Universität zu Institut, von Auftrag zu Auftrag unterwegs. Er ist Mitglied im Vorstand der jüdischen Gemeinde Chemnitz, er war Bürgermeister in Kiryat Bialik.

Helmut Flieg – eine Jugend in Chemnitz @ Trefpunkt: Gerhart-Hauptmann-Platz 13
Mrz 24 um 14:00

Die Führung geht den täglichen Wegen und Lebensstationen des jungen Stefan Heym nach – von der elterlichen Wohnung zur Grundschule, zur Synagoge, zum Gymnasium. Lesepassagen aus seiner 1988 erschienenen Autobiografie „Nachruf “ ergänzen diesen literarischen Stadtrundgang.

Gästeführerin: Grit Linke

Eintritt frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich!

“Bleib ein Mensch, Kamerad…” – Jura Soyfer und seine Zeit @ NSG/TIETZ
Mrz 24 um 15:00

Lesung mit Prof. Peter Porsch (RLS Sachsen), Gruppe Quijote (angefragt) und Mike Melzer (RLS Sachsen)

Jura Soyfer, wurde in Charkow geboren und zogen mit seinen Eltern in seiner Kindheit als Angst vor der neuen Sowjetmacht nach Wien. Er betrachtete als Kolumnist und Kommunist Nazideutschland von Österreich aus und schrieb bissig-böse Kommentare in seinen Gedichten über SA-Bullen, über einfache Menschen, über KDF, über deutsche Juristen sowie über die deutsche Verfassung. Jura Soyfer schrieb Stücke für die Kleinbühnen wie „Der Weltuntergang“ oder „Broadway-Melodie 1492“, die auch heute nichts an Aktualität verloren haben. Er wurde 1938 beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich kurz vor dem Grenzübertritt in die Schweiz von den Nazis verhaftet und wurde ins Konzentrationslager Dachau, wo er das Dachau-Lied schrieb. Einen Tag vor seiner Freilassung aus dem KZ Buchenwald, welche durch Freikauf seiner Eltern erfolgte,starb Jura Soyfer mit 26 Jahren im Krankenlager an Typhus. In Österreich ist er auf Grund auch der Arbeit der Jura-Soyfer-Gesellschaft sehr präsent.

Das Programm will Jura Soyfer mit seinen fast vergessenen Texten wieder zu Gehör bringen als Mahnung und Verpflichtung in Zeiten, wo wieder die braune Pest ihr Angesicht schamlos erhebt.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Gesellschaft (RLG).

Hamburg Klezmer Band @ SMAC
Mrz 24 um 19:00
Hamburg Klezmer Band @ SMAC

Abschlusskonzert 28. Tage der jüdischen Kultur

Die Hamburg Klezmer Band zeichnet ein mitreißender osteuropäischer Sound aus.

The Hamburg Klezmer Band is a virtuosic ensemble. The three experienced professionals – active in various projects worldwide – have their Jewish roots mostly in the countries of the former Soviet Union. The Hamburg Klezmer Band plays an extremely versatile and varied program of Jewish, Moldovan, Ukrainian and Romanian music, deeply rooted, highly virtuosic and intensely danceable with lots of soul and spirit. With the ability to play authentic and true to tradition, the musicians like to go new ways and make occasional trips to other genres and cultures. This makes the musical performances of the band an exciting and unique experience. In 2010 the band released the first CD „In The Beginning“. Hamburg Klezmer Band worked also with Augsburger Philharmoniker orchestra (GER).

Vorbestellungen beim SMAC (0371-9119990) möglich

Mrz
29
Fr
Im Glauben an Gott und Hitler @ Jugendkirche St. Johannis
Mrz 29 um 19:00

Joachim Krause hat sich (nach seinem Buch „Fremde Eltern“) mit einem Thema aus seiner Heimat beschäftigt und nach umfangreichen Recherchen ein Buch geschrieben, das im Oktober 2018 den „Sächsischen Landespreis für Heimatforschung“ erhalten hat.

Der Autor beschreibt in seinem Buch „Im Glauben an Gott und Hitler“ den Weg der ,,Deutschen Christen“ aus dem Wieratal in den Jahren 1928 bis 1945 – ihren Aufbruch, Triumph und Niedergang – und thematisiert auch die Aufarbeitung nach 1945. Es geht dabei nicht um Schuldzuweisung und Verurteilung, sondern um ein besseres Verstehen dessen, was damals in unserer Heimat geschah.

Es geht um ein noch immer schmerzliches Thema, um die „Deutschen Christen“ in der NS-Zeit, in vielen Kirchgemeinden weithin bis heute verschwiegen und verdrängt.