Werner Klemke – Grafik und Buchkunst aus der Sammlung Matthias Haberzettl

Wann:
25. Februar 2018 um 11:00 – 18:00
2018-02-25T11:00:00+01:00
2018-02-25T18:00:00+01:00
Wo:
Schlossbergmuseum
Kontakt:
Schlossbergmuseum und Brühl-Buchhandlung

Prof. Werner Klemke (1917 – 1994) war der wohl bekannteste Gebrauchsgrafiker, Buchgestalter und Illustrator in der ehemaligen DDR. Kaum einer, der nicht mit den von ihm illustrierten Kinderbüchern vom Wolkenschaf, dem Hirsch Heinrich oder Grimms Kinder- und Hausmärchen aufgewachsen ist…

Enorme Popularität erzielte Klemke mit dem von ihm über drei Jahrzehnte hinweg gestalteten Titelseiten des „MAGAZIN“, in denen er immer sein Markenzeichen, den Klemke-Kater zu verstecken wusste. Dauerhaften Erfolg bescherten ihm seine Illustrationen zu Werken der Weltliteratur, wie etwa dem „Dekameron“ von Boccaccio, Thomas Manns „Bekenntnisse des Hochstablers Felix Krull“ oder den „Wahrhaftigen Geschichten“ von Montesquieu. Plakate, Briefmarkenserien, Karikaturen, Ex Libris und Miniaturen runden das Oeuvre Werner Klemkes weiter ab.

Neben dem bekannten Künstler und Illustrator jedoch gab es einen „unbekannten“ Werner Klemke. Wie erst 2011 durch Funde im Archiv einer niederländischen jüdischen Gemeinde bekannt wurde, kam Klemke während der Besatzungszeit als Wehrmachtssoldat in Kontakt mit dem holländischen Wiederstand. Er nutzte seine grafischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, um Dokumente wie Lebensmittelkarten und Ausweispapiere zu fälschen und ermöglichte dadurch über 300 holländischen Juden Flucht und Überleben. Die niederländische Dokumentarfilmerin Annet Bezalel hat dieser Seite im Leben Werner Klemkes einen Film gewidmet, der 2015 auf dem Jüdischen Filmfestival Berlin/Potsdam seine Premiere erlebte.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch das Schaffen von Prof. Werner Klemke. Die Objekte – Plakate, Bücher, Karikaturen, erotische Miniaturen u.v.m – entstammen der Sammlung von Matthias Haberzettl aus Augsburg. Ebenfalls in der Ausstellung werden Ausschnitte aus dem Film „Treffpunkt Erasmus“ von Annet Betsalel zu sehen sein.

Das Schlossbergmuseum zeigt den kompletten Film während der Ausstellungslaufzeit  in einer Sonderveranstaltung, zu der die Autorin anwesend sein wird. Gleichfalls im Rahmen des Begleitprogramms wird am 14.4. um 17.00 der ehemalige Schüler und spätere Schwiegersohn Klemkes, der deutsch-israelische Schriftsteller Chaim Noll aus „Es ist noch gar nicht lange her. Erinnerungen an Werner Klemke“ lesen.

Ausstellung und Begleitprogramm sind eine Kooperation des Schloßbergmuseums mit Matthias Haberzettl, Augsburg, der Buchhandlung am Brühl, Inh. Günther Ebert, Chemnitz sowie dem „MAGAZIN. Die Kulturzeitschrift“, Kurznachzehn Verlag GmbH, Berlin.