Kritik des Antisemitismus

Formen des Judenhasses von der Antike bis zur Gegenwart: Ingo Elbe

Der Hass auf Jüdinnen und Juden ist auch noch im 21. Jahrhundert ein weltweit verbreitetes und mörderisches Phänomen. Nicht nur islamistische Regime wie der Iran und die vom ihm unterstützten Terrorgruppen Hamas und Hisbollah bedrohen oder ermorden regelmäßig Jüdinnen und Juden, auch in den ‚westlichen‘ Gesellschaften grassieren antisemitische Vorstellungen – auf allen Seiten des politischen Spektrums, in allen sozialen Schichten und Berufsgruppen, bei berühmten Dichter_innen und Philosoph_innen, bekannten Journalist_innen, muslimischen und christlichen Friedensfreund_innen, linken Aktivist_innen und rechten Populist_innen. Dabei tarnen sich antisemitische Ideologien nach Auschwitz oft semantisch, was es nicht leicht macht, sie zu erkennen. Manchmal glauben die Vertreter_innen des neuen alten Antisemitismus auch wirklich, sie seien Humanist_innen und könnten daher gar nicht antisemitisch denken und handeln, was die Sache eher gefährlicher macht. Insbesondere im Hass auf Israel, firmierend unter dem Label der „Israelkritik“, setzen sich sämtliche Topoi des bisherigen Antisemitismus und die Bedrohung der Jüdinnen und Juden fort. Der Vortrag stellt die zentralen Formen des Antisemitismus, vom christlich-religiösen über den klassisch-modernen bis hin zum Antisemitismus nach Auschwitz vor.

Referent: Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg. In seinem zuletzt erschienenen Buch „Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt“ untersucht er theoretische Analysen der strukturellen Herrschaftsverhältnisse im modernen Kapitalismus sowie ihrer regressiven Verarbeitungsformen in faschistischen und antisemitischen Ideologien.

Eine Veranstaltung des Referats für Antidiskriminierung des Student_innenrats der TU Chemnitz.