Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk

Szenische Lesung

„Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk“ – das Opus Magnum Jizchak Katzenelsons, dem hebräischen und jiddischen Dichter, der dem Narrativ vom „sich nicht zur Wehr setzenden Juden“ entgegenschrieb, hat auch 76 Jahre nach dem Aufstand im Warschauer Ghetto nichts verloren von seiner Kraft, gefolgt von betroffenem Schweigen; nichts von seinem tiefsten Grund, wo noch immer Shoa und Auschwitz geleugnet werden; nichts von der Notwendigkeit wieder und wieder an der Selbsvergewisserung zu rühren. Wolf Biermanns Übersetzung des Poems wurde anlässlich des diesjährigen Holocaust Gedenktages von Jugendlichen des Chemnitzer Theaterjudendclubs szenisch bearbeitet und aufgeführt. Die nunmehr zweite Aufführung im Rahmen der Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz will damit unsymbolisches, handelndes Ge-Denken an die Shoa einem breiteren Publikum zugänglich machen.