„Deutsche Arbeit“ und der Weg von Luthers Judenhass zum nationalsozialistischen Antisemitismus

Wann:
27. Februar 2018 um 19:00
2018-02-27T19:00:00+01:00
2018-02-27T19:15:00+01:00
Wo:
TU Chemnitz, Weinholdbau, Raum W014
Reichenhainer Str. 70
09126 Chemnitz
Deutschland
Kontakt:
Student-Innen Rat Chemnitz und Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz e.V.

Vortrag von Nikolas Lelle

Die Idee, dass Deutsche auf besondere Weise arbeiten würden, hat eine lange, durch Antisemitismus befeuerte und gewaltvolle Geschichte. Der Vortrag will ihren Weg nachzeichnen. Ausgangspunkt sind Martin Luthers Äußerungen zu Arbeit. Denn bei Luther finden sich bereits erste Ansätze der Idee einer „deutschen Arbeit“, die schaffe und als deren Gegenteil „jüdische Nicht-Arbeit“ vorgestellt wird. Vor allem in der Mitte des 19. Jahrhunderts, nicht zufällig gleichzeitig mit der Nationwerdung der Deutschen, wird „deutsche Arbeit“ dann zu einem zentralen Begriff für Antisemiten.

Dem Vortrag geht es um eine Analyse und Kritik nicht nur des antisemitischen Feindbildes, also der Idee es gäbe eine spezifisch jüdische Weise zu (nicht-)arbeiten, sondern auch des Selbstbildes, das von Deutschen und ihrem Verhältnis zu Arbeit entworfen wird.

Nikolas Lelle promoviert bei Rahel Jaeggi am Institut für Philosophie der HU Berlin zum Thema „Deutsche Arbeit und Volksgemeinschaft im Dritten Reich und (früher) Nachkriegszeit“.