Denkfabrik Theater: „… daß früh schon in uns allen brennt, / das, was man den Faschismus nennt“

Wann:
1. März 2020 um 15:00
2020-03-01T15:00:00+01:00
2020-03-01T15:15:00+01:00
Wo:
Schauspielhaus
Preis:
Kostenlos

Klaus Theweleits »Männerphantasien« gehören zu den wichtigsten Büchern zur psychologischen Struktur des Faschismus. Faschismus ist, so Theweleits zentrale These, keine Ideologie; es ist vielmehr eine Weise, durchs pathologische Verhältnis zum eigenen Körper Wirklichkeit herzustellen. Auf dieser pathologischen Wirklichkeitsproduktion können dann Ideologien verschiedener politischer Couleur aufsitzen. Insofern ist keiner von uns geschützt vor dem, was »früh schon in uns allen brennt / das, was man den Faschismus nennt« (Hanns-Dieter Hüsch). Im November 2019 ist eine neue Ausgabe von »Männerphantasien« herausgekommen, vermehrt um ein langes Nachwort, in dem Klaus Theweleit auf aktuelle Erscheinungsformen des Faschismus Bezug nimmt. Kurz davor, im September 2019, ist von dem Chemnitzer Literaturwissenschaftler und Kulturschaffenden Wolfram Ette das Buch »Das eigensinnige Kind« erschienen. In einer weitgespannten Auseinandersetzung mit dem Grimmschen Märchen gleichen Titels und in Anlehnung an Theweleits Faschismusanalyse geht er der Frage nach, was für persönliche und politische Konsequenzen die Niederschlagung kindlichen Eigensinns mit sich bringt. Angesichts eines sich gesamtgesellschaftlich wieder verstärkenden Antisemitismus sind dies genügend Gemeinsamkeiten, um Klaus Theweleit, Wolfram Ette und Egmont Elschner miteinander ins Gespräch zu bringen.

Eine Kooperation mit dem Freien Institut für Bildung e.V. und den Theatern Chemnitz.