Canciones Judeos Españolas – Sephardische Lieder

mit Sabine Loredo Silva (Gesang) und Ulf Dressler (Laute)

Die jüdische mündlich überlieferte Musik hat ihre Wurzeln im frühen Mittelalter. Die sephardische Musik – von dem hebräischen Wort „S’fard- Spanien“, ist die Musik der Juden, die nach der Verbannung aus Judäa (70 n. C.) nach Spanien flüchteten. Sie spiegelt den kulturellen Austausch zwischen Juden, Christen und Arabern wider, die in Spanien Kunst und Wissenschaft zur Blüte brachte. Sie wurde von Cancioneros an Fürstenhöfen vorgetragen, auch in Begleitung von Harfen, Lauten, Flöten und Trommeln. Es gibt Balladen, Unterhaltungslieder, Romanzen sowie geistliche und liturgische Gesänge. Die Lieder wurden aber auch von Frauen während ihrer Hausarbeit a Capella gesungen. Es gibt Musik zu verschiedenen Anlässen wie Hochzeiten, Geburten, Beschneidungen, Trauerfeiern sowie zu jüdischen Feiertagen. Die Sprache dieser Lieder ist das „Ladino“ oder auch „Judeo-Espagnol“ genannt, eine Sprache, die sich aus dem Alt-Spanischen und dem Hebräischen zusammensetzt. Nach der Vertreibung aus Spanien im 14. und 15. Jahrhundert lebten die sephardischen Lieder im damaligen Osmanischen Reich, wozu auch Thessaloniki gehörte, weiter und erfüllten die Straßen der lebendigen Stadt. Bis zu der nahezu vollständigen Vernichtung der sephardischen Kultur während der NS Besatzung in Griechenland.