Programm 2012
- Veranstaltungen zu den Tagen der Jüdischen Kultur
- Veranstaltungen nach den Tagen der Jüdischen Kultur
Veranstaltungen zu den Tagen der Jüdischen Kultur
|
Samstag, 3. März 19:30 Uhr Ausstellung bis 20. Mai Eintritt frei |
Judah Passow "Shattered Dreams" Judah Passow fotografiert seit 1978 für Zeitungen und Zeitschriften in Europa und Amerika. Seine Aufnahmen wurden u.a. in London, Amsterdam, Paris, Tel Aviv, Washington und New York ausgestellt. Für sein Werk erhielt er viermal den World Press Photo Award. Der Fotograf ist zur Eröffnung anwesend. |
|
Samstag, 3. März 21:30 Uhr Konzert Eintritt frei |
KumZitz - Konzert Gesänge und Erzählungen fordern "Komm und setz Dich!" Zwei Rabbiner aus Leipzig und Berlin spielen auf zur Eröffnung der 21. Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz. |
|
Sonntag, 4. März 11:00 Uhr Führung Eintritt frei Die Herren werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. |
Steine und Namen - auf den Spuren jüdischer Ärzte aus Chemnitz Am Laubengang, westlich des Stadtzentrums in Altendorf, befindet sich der Friedhof der jüdischen Gemeinde Chemnitz. Errichtet wurde er im Mai 1878 als Israelitischer Friedhof. Vor über 125 Jahren hatte sich der erste jüdische Arzt in Chemnitz niedergelassen. Dr. Leo Graswald, der seine Arztpraxis in Gablenz hatte, starb im Oktober 1904. Sein Tod wird zum Anlass genommen, um Grabstätten jüdischer Ärzte auf dem Gemeindefriedhof aufzusuchen. |
|
Sonntag, 4. März 13:00-17:00 Uhr Kosten: 20 € p.P. Anmeldung bis zum 17. Februar unter Tel. 0371 / 77 21 83 |
"Schritt für Schritt" - Israelische Tänze für Anfänger Renate Frank-Bayer |
|
Sonntag, 4. März 14:00 Uhr Eintritt frei |
Jüdisches Gemeindeleben für Kinder erklärt Eine spielerische Einführung in das Chanukkafest mit Geschichten, Tänzen, Basteln und einer Kostprobe jüdischer Rezepte; 14:30 und 15:30 Uhr wird jeweils eine Gruppe durch die Synagoge geführt; männliche Besucher bitte eine Kopfbedeckung aufsetzen. Leitung: Renate Aris, Dorothee Lücke Gemeinsame Veranstaltung von Jüdischer Gemeinde und Evangelischem Forum |
|
Sonntag, 4. März 15:00 Uhr Lesung und Gespräch Eintritt frei |
"Fremder Feind, so nah" "Frieden zwischen Palästinensern und Israelis ist keine Utopie", sagt die Nahostexpertin Alexandra Senfft und belegt mit zahlreichen Beispielen, dass Verständigung möglich ist. Auf ihrer sehr persönlichen Reise durch Israel und die palästinensischen Gebiete hat sie Menschen getroffen, die über innere und äußere Grenzen hinweg, einen konstruktiven und gleichberechtigten Dialog führen. Das 2009 in der Edition Körber-Stiftung erschienene Buch enthält Fotografien von Judah Passow. Im Anschluss an die Lesung führt der Fotograf durch seine Ausstellung "Shattered Dreams". |
|
Sonntag, 4. März 19:00 Uhr Konzert |
Inhale - Exhale (Einatmen - Ausatmen) Amir Gwitzmann ist ein besonderer Musiker, er beherrscht ca. 25 verschiedene Instrumente. Unter anderen: Saxophone, Klarinetten, Flöten (indische, irische, vietnamesische, arabische und chinesische), Zornas, Duduk, Arghul, Quena, Piri und Shofar. |
|
Sonntag, 4. März 19:30 Uhr Eintritt frei |
Einführung in die jiddische Sprache Jiddisch zählt zu den selbstständigen, voll ausgebildeten Umgangs- und Schriftsprachen, die in Osteuropa entstanden sind. Wortschatz, Grammatik und Syntax sind eigenständig, erweisen jedoch sprachgeschichtlich die Herkunft aus dem Deutschen. Umgekehrt sind jiddische Worte in die deutsche Sprache übernommen worden wie dufte, Zoff, guten Rutsch, im Eimer sein... |
|
Montag, 5. März 19:30 Uhr Ausstellung bis 30. März werktags 12:00-14:00 Uhr, 16:00-18:00 Uhr und nach Vereinbarung Eintritt frei |
Gesegnet seist du - Ausstellung In Chemnitz bekannte Künstler stellen neue Werke aus den Genres Malerei, Grafik, Fotografie und Installationen aus. Zur Eröffnung Livemusik und kulinarische Köstlichkeiten. |
|
Dienstag, 6. März 19:30 Uhr Vortrag Eintritt: 5/4 € |
In meinen Träumen läutet es Sturm - Mascha Kaleko 1907-1975 Mit 22 Jahren eroberte die Tochter jüdischer Eltern mit ihren Gedichten Berlin. Sie gehörte dem illustren Kreis der künstlerischen Bohème an, die sich Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre im "romanischen Café" trafen, Literaten wie Tucholsky, Ringelnatz, Klabund, Else-Lasker Schüler, Erich Kästner, Walter Mehring. Ihre Lyrik reicht von der scharfen Gesellschaftssatire über Liebesgedichte bis hin zu verspielten Kindergedichten. Zu Ironie und Spott gesellen sich Sehnsucht und Melancholie und - nachdem sie 1938 ins Exil ging - auch eine tiefe Trauer über die verlorene Heimat. Zwanzig Jahre lang lebte sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in New York. 1966 übersiedelte sie nach Israel, 1975 starb sie in Zürich. Sie gehört bis heute zu den bedeutendsten deutsch-sprachigen Dichterinnen. |
|
Dienstag, 6. März 19:00 Uhr (Anfangszeit korrigiert) Vortrag Eintritt frei |
Israel und der arabische Frühling Der arabische Frühling hat die politischen Verhältnisse im Nahen Osten grundlegend verändert. Noch ist aber nicht absehbar, in welche Richtung diese Veränderungen gehen. Kommt es zu einer Demokratisierung der Region? Welchen Einfluss werden islamistische Bewegungen ausüben? Bedeuten die Umbrüche für Israel neue Chancen oder überwiegen die Gefahren? Shimon Stein war von Januar 2001 bis Herbst 2007 Botschafter Israels in der Bundesrepublik und ist Senior Fellow am Institut für nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv. Eine Kooperation der Volkshochschule, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft |
|
Mittwoch, 7. März 18:00 Uhr Eintritt: 1 € Telefonische Anmeldung erforderlich, 0371 / 695 77 69 |
Was bedeutet koschere Küche? Seit dem 15. März 2000 begrüßen die Gebrüder Dziuballa ihre Gäste im Restaurant SCHALOM. Vom ersten Tag an geben sie, neben den kulinarischen Genüssen, den Gästen einen theoretischen Einblick zu den Inhalten der koscheren Küche. So werden auch zu den 21. Tagen der jüdischen Kultur in ungezwungener Atmosphäre in dieser Veranstaltung Einblicke in Besonderheiten der jüdischen Küche gewährt. Kascher heißt, genau übersetzt "Im rechten Zustand tauglich". In aschkenasisch/jiddischer Aussprache sagt man "Koscher" - ein Wort, das weltweit für "sauber" bekannt ist. Kaschruth ist sein Hauptwort. Gemäß Mischna und Talmud bedeutet dieser Begriff "zum Genuss erlaubt" und zwar in rituell-gesetzlicher, wie auch in zivilrechtlicher Beziehung. |
|
Mittwoch, 7. März 19:00 Uhr Eintritt frei |
Ein Paul-Dessau-Abend Der Komponist Paul Dessau (1894-1979) entstammte einer Dynastie von Hamburger Synagogalkantoren. Er komponierte Opern, szenische Spiele, Bühnen- und Ballettmusiken, Sinfonien und andere Orchesterwerke, Stücke für verschiedene Soloinstrumente sowie Vokalmusik. Seit den 1920er Jahren wandte er sich außerdem der Filmmusik zu, verfasste Kompositionen für frühe Filme von Walt Disney, Begleitmusik für Stummfilme und für den frühen deutschen Tonfilm. Der 1966 gedrehte Dokumentarfilm "Paul Dessau" des Regisseurs Richard Cohn-Vossen (geboren 1934 in Zürich, wohin seine Eltern flüchteten, weil sein Vater Jude war), verbindet Orchesterproben unter Dessaus Leitung mit seinen unkonventionellen Musikstunden. Richard Cohn-Vossen wird am Abend auch über seine Begegnungen mit dem Komponisten berichten. |
|
Mittwoch, 7. März 19:30 Uhr Vortrag Eintritt frei |
Prof. Frank Crüsemann, Bielefeld Frank Crüsemann beleuchtet neu und herausfordernd den Umgang Jesu und des Neuen Testaments mit der Tora. |
|
Donnerstag, 8. März 16:00 Uhr Eintritt frei |
Maariv Gebet und Lesung Megilla In der Synagoge wird aus diesem Anlass ein Gottesdienst gefeiert, bei dem der ganze Ablauf auf Freude zielt. Dabei wird auch die Festrolle des Buches Esther vorgelesen. Immer, wenn der Name Haman fällt, soll von den anwesenden Kindern mit Tuten, Rasseln und Ratschen so viel Lärm wie möglich gemacht werden. Dies beruht auf dem Befehl Gottes, den Namen Amaleks, Hamans Vorfahr, zu löschen, nachdem Amalek Israel auf dem Weg zum Gelobten Land behindert hat. Sein Name wurde damit zum Symbol der Judenfeindschaft. |
|
Donnerstag, 8. März im Anschluss Eintritt: 25/10 € |
Purim-Party mit Live-Klezmer-Musik |
|
Donnerstag, 8. März 19:30 Uhr Ausstellung vom 27. Februar bis 7. Mai Eintritt frei |
Die Glasfenster von Jerusalem Ausstellungsgespräch mit Pfarrer Carsten Rostalsky aus Dahme/Mark mit Einführungsvortrag und musikalischer Unterhaltung Die Ausstellung zeigt Original-Lithografien nach Vorstudie von Marc Chagall. Im Mittelpunkt stehen zwölf Fenster der Synagoge des Hadassah-Hospitals in Jerusalem, 12 Fenster für die 12 Stämme Israels. |
|
Donnerstag, 8. März 19:30 Uhr Eintritt frei Kontakt: Tel. 0176 / 20 07 03 82, post@fib-chemnitz.de |
MEINUNGSBILDUNGSSTÖRUNG Über den Nahostkonflikt Veranstaltet vom Freien Institut für Bildung e.V. Seit Jahrzehnten leben wir mit dem Konflikt zwischen Israel und Palästina. Manchmal aufgeputscht, oft abgestumpft durch die tägliche Berichterstattung, ihre Bilder, ihre Meinungen, ihre Kommentare. |
|
Samstag, 10. März 19:30 Uhr Eintritt: 10/ 8 € |
Asamblea Mediterranea "Es ist Zeit für Liebe, meine Braut, komm in meinen Garten", heißt es in einem Gedicht aus dem 10. Jahrhundert. Die Gruppe "Asamblea Mediterranea" verzaubert das Publikum mit einem musikalischen Dialog zwischen der Kultur der Sepharden und Aschkenazen. Poetische Balladen, Liebeslieder und Festtagsgesänge erzählen von märchenhaften Lebensfreuden und sehnsuchtsvoller Wehmut. Die Musik der Sepharden ist von nordafrikanischen und südspanischen Rhythmen sowie griechischen und südslawischen Volksmusiken geprägt. Sepharden sind Juden, die ursprünglich aus Spanien, Portugal, Nordafrika oder dem Nahen Osten stammten. Aschkenazen nennen sich Juden, die ursprünglich aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Osteuropa stammten. Das Wort "Aschkenazen" leitet sich vom hebräischen Wort für Deutschland ab, Jiddisch ist ihre Sprache. Innerhalb der jüdischen Welt gibt es vielerlei Spannungen zwischen Sepharden und Aschkenazen. "Asamblea Mediterranea" zeigt mit ihrem Konzertprogramm auf, was die beiden Kulturen vereint. Der musikalische Brückenschlag entführt das Publikum in eine betörend andere Welt. Ines Amanovic (Gesang); Gabriele Anna Lesch (Gesang); Melanie Bogisch (Blockflöten); Mark Johnston (Geige); Hans-Christof Dressen (Kontrabass); Andreas Pastorek (Percussion); Alon Wallach (Gitarre, Leitung & Arrangements); Andreas Geyer (Klarinette); Eric van der Zwaag (Lesung). |
|
Sonntag, 11. März 18:00 Uhr Eintritt: 10 € |
"Laila, Laila" - (Nacht, Nacht) Hebräische Lieder "Am Ende lösten sich die Zuhörer tiefbewegt in der Erkenntnis, den uralten Puls des Judentums gefühlt zu haben - einen Atemzug lang." schrieb die Rheinische Post. Mit dem Konzertprogramm "Laila, Laila", benannt nach dem israelischen Schlaflied, präsentiert die Sängerin Esther Lorenz israelische und spanisch-jüdische Musikkultur. Begleitet wird sie dabei vom Gitarristen Thomas Schmidt. Gedichte, Erläuterungen über Feiertage und Bräuche, Anekdoten und die berühmte Prise Humor im Judentum vervollständigen dieses musikalische Kaleidoskop, das jüdisches Leben und Fühlen von verschiedenen Seiten beleuchten möchte. |
|
Sonntag, 11. März 18:00 Uhr Film Eintritt 1 € Telefonische Anmeldung erforderlich, Tel. 0371 / 695 77 69 |
PoLin "Auch Filme haben ihre Schicksale. Damit "PoLin" entstehen konnte, musste einiges geschehen: Die Polin Jolanta Dylewska musste - lange nach dem Krieg - in Schlesien geboren werden, um ein archäologisches Gespür für tiefer liegende Kulturschichten zu bekommen. Sie musste ein paar Mal für deutsche Produzenten hinter der Kamera stehen, um ihr Auge zu schärfen - als Kamerafrau etwa bei "Tulpan", einem in Kasachstan spielenden Quasi-Dokumentarfilm, der in diesem Jahr in Cannes gleich drei Preise gewann. Sie musste schließlich, um für andere Filme zu polnisch-jüdischen Themen zu recherchieren, Filmarchive in Amerika und in Israel durchforsten, vor allem die des YIVO-Instituts in New York und der Gedenkstätte Yad Vashem. Und sie musste über fast zehn Jahre hinweg die fixe Idee haben, nebenbei Material für einen eigenen Film zu sammeln. Jetzt sehen und bewundern wir das Ergebnis: "PoLin. Krümel der Erinnerung". Eine deutsche Fassung mit Hanna Schygulla als Sprecherin ist in Vorbereitung. |
|
Montag, 12. März 18:00 Uhr Eintritt frei |
Juden in der russischen Literatur? Elena Gaft lädt zum Gespräch ein. Eine Veranstaltung in russischer Sprache |
|
Montag, 12. März 19:30-21:15 Uhr Teilnahmegebühr: 5,40 € Anmeldung erforderlich, VHS-KURSNUMMER S1210312
|
Leben und Überleben im Holocaust - Eine Biografie Mit Renate Aris Renate Aris, Überlebende des Holocaust, berichtet über ihr Leben. Frau Aris, langjähriges Mitglied der jüdischen Gemeinde Chemnitz, ist nur knapp den Deportationen entkommen. Ihr Vater, bereits 1938 verhaftet, musste von 1940 -1945 in Dresden in verschiedenen Betrieben Zwangsarbeit leisten. Nur durch den Bombenangriff auf Dresden konnte die ganze Familie der bereits geplanten Deportation am 16.02.1945 entkommen. Eine Veranstaltung der Volkshochschule und der Jüdischen Gemeinde Chemnitz
|
|
Montag, 12. März 19:30 Uhr Eintritt frei |
Daniel J. Naumann (Dozent für Althebräisch) Vor allem Gäste ohne Vorkenntnisse erhalten einen ersten Einblick in die Sprache und die Welt der hebräischen Bibel. Interessierte können sich an diesem Abend zu einem kostenfreien zweisemestrigen Kurs (ab April 2012 einmal wöchentlich abends an der TU Chemnitz) anmelden. Am Ende dieses Kurses kann das Hebraicum abgelegt werden Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelischer Gesellschaft und Evangelischem Forum |
|
Dienstag, 13. März 17:00 Uhr Eintritt frei |
Was ist jüdische Erziehung? Ein Gespräch mit der leitenden Erzieherin, Frau Helbig und der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Chemnitz, Dr. Ruth Röcher |
|
Dienstag, 13. März 19:00 Uhr Eintritt frei |
Alles koscher - oder was? "Judentum in Deutschland" - ein Thema, das viele nur mit dem Geschichts- und Religionsunterricht oder mit Shoah und Nahostkonflikt assoziieren. Wie gestaltet sich aber heute das wachsende und sich stetig verändernde jüdische Leben in Deutschland? Die Referentinnen werden auch am 14. März von 15:00-18:00 Uhr mit dem "Happy Hippi Jew Bus" auf dem Neumarkt stehen. Das Projekt will humorvoll einen niedrigschwelligen Kontakt zum Judentum ermöglichen. In Kooperation mit Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen. |
|
Dienstag, 13. März 19:00 Uhr Lesung und Gespräch Eintritt: 12/ 8 € |
Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden? Warum ermordeten Deutsche sechs Millionen Juden? Das ist die Frage, die heutige Deutsche beantworten müssen, wenn sie ihre Geschichte verstehen wollen. Zukunftsangst beherrschte die meisten christlichen Deutschen im 19. Jahrhundert. Anders die Juden. Sie sahen in wirtschaftlicher Freiheit, politischem Freisinn und in der industriellen Revolution ihre Chance. Um 1900 machten jüdische Schüler achtmal häufiger Abitur als nichtjüdische. Juden strömten in die freien Berufe, kamen als Angestellte oder Selbstständige rasch voran. Die in ihrem sozialen Aufstieg langsameren Deutschen reagierten mit Neid und Missgunst. Sie suchten Rückhalt im Kollektiv und werteten andere ab. Auch aus einem Mangel an Bildung und unternehmerischer Initiative entstand antisemitischer Volkshass. Der 1933 zum Staatsziel erhobene Antisemitismus nahm dem einzelnen Deutschen die Scham und die Verantwortung. Sie delegierten ihre Aggressionen an den Staat und verschafften Hitler die Möglichkeit, individuellen Neid und Hass in das überpersönliche Projekt "Endlösung der Judenfrage" zu verwandeln. |
|
Dienstag, 13. März 19:30 Uhr Eintritt frei |
Die Entwicklung der Stadt Tel Aviv-Jaffa Die noch sehr junge Stadt Tel Aviv erlebte seit ihrer Gründung im Jahre 1909 eine beachtliche Entwicklung. Einst waren es 60 Gründungshäuser inmitten von Sanddünen. Heute ist Tel Aviv -Jaffa eine Metropole, die sich im internationalen Vergleich mit Städten wie London, Paris oder gar New York messen lassen kann. Doch welche Gründe steckten hinter der Entscheidung, mitten im Sand eine neue Siedlung zu errichten? Wo finden sich im heutigen Stadtbild Spuren dieser Siedlungsbewegung? Nach welchen Gestaltungsprinzipien wurde der Stadtgrundriss entworfen? Referentin: Romy Weißflog Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelischer Gesellschaft und Evangelischem Forum |
|
Dienstag, 13. März 19:30 Uhr Lesung Eintritt: 4 € |
Todleben - Eine deutsch-polnische Suche nach der Vergangenheit Uwe von Seltmann, Jahrgang 1964, studierte Evangelische Theologie, war sieben Jahre Chefredakteur evangelischer Wochenzeitungen und lebt als freier Publizist überwiegend in Krakau. Er hat bislang acht Bücher veröffentlicht. Die Enkel sind miteinander verheiratet. Der deutsche Großvater war SS-Mann in Polen, der polnische wurde in Auschwitz ermordet. Sind sich die Beiden begegnet? Uwe von Seltmann forscht nach und schildert, wie in den beiden Familien alte Wunden aufreißen und längst Verdrängtes ins Bewußtsein zurückkehrt. |
|
Dienstag, 13. März 19:30 Uhr Vortrag Eintritt frei |
Dr. Reiner Bernstein, München Die arabischen Völker entledigen sich ihrer Unterdrücker. Doch alte Eliten pochen auf ihre Vormacht. Auch eine Regelung des israelisch-palästinensischen Konflikts ist nicht abzusehen. Wie in keinem anderen Teil der Region bündeln sich hier territoriale Ambitionen, religiöse Konkurrenzen und die Erschöpfung der Zivilgesellschaften. Vor welchen Herausforderungen stehen die Regierungen des Westens? Als Nahost-Historiker verfolgt Dr. Reiner Bernstein seit Jahrzehnten die Entwicklungen in der Region. Sein Eindruck ist, dass die Kluft zwischen Rhetorik und gebremster Diplomatie politische Regelungen behindert, die im Westen vorgetragen werden. |
|
Mittwoch, 14. März 15:00-18:00 Uhr |
Happy Hippie Jew Bus Hinter dem happy hippie jew bus verbirgt sich ein VW-Bus, der von Anna Adam innen ausgebaut und außen angemalt wurde. Innen wurden Möbel und Schaukästen eingebaut, die mit Objekten zum Thema Kaschrut (Koscher-Regeln) und zum Thema Vorurteile zum Judentum bestückt wurden. Es wurde bewusst satirisch und humorvoll vorgegangen, denn dadurch bekommt das Publikum einen wesentlich leichteren Zugang zum Judentum. Außen wurde der Wagen mit allen Symbolen bemalt, die man sich zu einem Hippie-Fahrzeug vorstellt. Den Initiatorinnen des Busses geht es um den Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten. Jalda Rebling ist Sängerin, Kantorin und Schauspielerin. Sie lehrte u.a. am Hebrew Union College und am Elat Chayyim in New York. |
|
Mittwoch, 14. März 17:00 Uhr Eintritt frei |
Schir Semer - der Chor der jüdischen Gemeinde Chemnitz Der Chor feierte 2011 sein siebenjähriges Bestehen (gegründet 2004). Sein Repertoire umfasst ca. 80 Lieder in sechs Sprachen. Es unterteilt sich in klassische Lieder, Gebete, Volkslieder und moderne Lieder. Im Chor kommen Mitglieder aus verschiedenen Republiken der ehemaligen Sowjetunion zusammen, die alle die Liebe zum Gesang verbindet. Der Chor wird von Taisa Leyenson geleitet, sie kam 2003 aus der Stadt Orsch in Weißrussland nach Deutschland. In Orsch arbeitete sie 30 Jahre als Chorleiterin, unter anderem eines weiblichen Kammerchors und als Gesanglehrerin an der Kinderkunstschule. Es tritt auch die Tanzgruppe der jüdischen Gemeinde Chemnitz auf. |
|
Mittwoch, 14. März 18:00 Uhr Eintritt frei maximal 25 Teilnehmer. Anmeldung bis zum 1. März an das Evangelische Forum, Tel. 0371 / 400 56 12 oder ev.forum@evlks.de |
Die Villa Kohorn - Ein Haus verrät seine Geschichte Oscar von Kohorn gründete Ende 1909 die Chemnitzer Teppichfabrik Oscar Kohorn und war darüber hinaus an einer Vielzahl von Aktiengesellschaften beteiligt. Im April 1917 erwarb er die Villa in der Parkstraße 35 und lebte dort mit seiner Familie bis 1935. Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelischer Gesellschaft und Evangelischem Forum |
|
Mittwoch, 14. März 19:00 Uhr Im Anschluss nach dem Konzert Die Herren bitte mit Kopfbedeckung |
Führung durch die Chemnitzer Synagoge Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Chemnitz und Religionslehrerin der sächsischen Gemeinden Dr. Ruth Röcher, lädt zur Führung durch die Chemnitzer Synagoge ein. |
|
Mittwoch, 14. März 19:00 Uhr Lesung Eintritt: 5/ 3 € |
"Lieber Mischa - ... der Du fast Schlomo Adolf Grinblum geheißen hättest, es tut mir leid, dass ich Dir das nicht ersparen konnte: Du bist ein Jude" Lena Gorelik gehört der neuen Generation junger Juden in Deutschland an, die sich über ihre Zukunft, nicht über ihre Vergangenheit definieren wollen. Lena Gorelik, geboren 1981 in St. Petersburg, kam 1992 mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland. Sie veröffentlichte bisher die Romane "Meine weißen Nächte" und "Hochzeit in Jerusalem" (nominiert für den Deutschen Buchpreis 2007) sowie "Verliebt in Sankt Petersburg", ein witzigpersönliches Reisebuch über ihre Geburtsstadt Sankt Petersburg. Lena Gorelik lebt mit Mann, Sohn und Hund in München. |
|
Donnerstag, 15. März 16:30 Uhr Führung Eintritt frei Treffpunkt: Einfahrt Walter-Oertel-Straße/Reichsstraße |
Entlang der früheren Helenenstraße Anton Richard Tauber war von 1912 bis 1930 Generalintendant der Chemnitzer Theater. Seine Amtszeit ging als "Ära Tauber" in die hiesige Theatergeschichte ein. Bis zu seinem Wegzug hatte er in einem Haus in der Helenenstraße gewohnt. Ein Rundgang entlang dieser Straße, die nach 1933 Hugenbergstraße hieß und seit Juli 1945 den Namen von Dr. Walter Oertel (1869-1929), des Gründers des Vereins zur Bekämpfung der Schwindsucht in Chemnitz, trägt, soll den Besuchern zeigen, dass bis 1939 in den eindrucksvollen Bürgerhäusern ein stetiges jüdisches Leben stattfand. Haben weitere Chemnitzer Juden dort Spuren hinterlassen? |
|
Donnerstag, 15. März 19:00 Uhr Lesung Eintritt frei |
Verlorene Kindheit Die Polin Bozenna Urbanowicz Gilbride war als Kind in Chemnitz in einem Arbeitslager, Inge Auerbacher überlebte den Holocaust in Theresienstadt. Heute leben beide in New York und stellen ihr gemeinsam verfasstes Buch "Verlorene Kindheit" der Chemnitzer Leserschaft persönlich vor. Die beiden Frauen wurden im gleichen Jahr, in zwei verschiedenen Ländern und in verschiedene Religionen und Traditionen hinein geboren, doch beide erlitten ein ähnliches Schicksal und wurden über alle Grenzen hinweg Freundinnen. Ergänzend zur Lesung informiert der Historiker Dr. Jürgen Nitsche über Zwangsarbeit in Chemnitz. Gemeinsame Veranstaltung der Volkshochschule Chemnitz, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und des Evangelischen Forums. Inge Auerbacher und Bozenna Urbanowicz Gilbride sind auch zu Schulbesuchen eingeladen. |
|
Freitag, 16. März 14:00 Uhr Eintritt: 6/ 3 € |
Ein ganz gewöhnlicher Jude Von Charles Lewinsky Eine Kooperation von Kraftwerk e.V., SCHALOM e.V. und Moses Mendelssohn e.V. "Ich will das nicht...!", sind die ersten Worte des Journalisten Goldfarb in Charles Lewinskys Monodrama "Ein ganz gewöhnlicher Jude". Es geht um einen Juden, der mitten im Deutschland der Gegenwart nichts Ungewöhnliches betreibt, als sich für einen ganz gewöhnlichen Mitbürger zu halten. Das Stück beginnt mit einem kategorischen Nein und entwickelt eine so heitere, wie bitter ernste Reise durch das Leben eines Außergewöhnlichen wider Willen. "Wer ist Goldfarb?", fragt sich Goldfarb! Ist es vielleicht doch unmöglich, ein ganz gewöhnlicher Deut-scher und Jude zu sein? Sein bisheriges Leben zieht an ihm vorbei. Das "Fremde im Eigenen" wird zum zentralen Thema des Stücks und ist entsprechend nicht allein auf die Probleme eines ganz "gewöhnlichen" deutschen Juden beschränkt. |
|
Freitag, 16. März 18:00 Uhr Eintritt frei |
Öffentlicher Gottesdienst in der Synagoge Gäste sind herzlich eingeladen, am Gottesdienst teilzunehmen. Männliche Besucher sind gebeten, in der Synagoge eine Kopfbedeckung zu tragen. |
|
Samstag, 17. März 19:00 Uhr Eintritt: 6/ 3 € |
Ein ganz gewöhnlicher Jude Von Charles Lewinsky Eine Kooperation von Kraftwerk e.V., SCHALOM e.V. und Moses Mendelssohn e.V. "Ich will das nicht...!", sind die ersten Worte des Journalisten Goldfarb in Charles Lewinskys Monodrama "Ein ganz gewöhnlicher Jude". Es geht um einen Juden, der mitten im Deutschland der Gegenwart nichts Ungewöhnliches betreibt, als sich für einen ganz gewöhnlichen Mitbürger zu halten. Das Stück beginnt mit einem kategorischen Nein und entwickelt eine so heitere, wie bitter ernste Reise durch das Leben eines Außergewöhnlichen wider Willen. "Wer ist Goldfarb?", fragt sich Goldfarb! Ist es vielleicht doch unmöglich, ein ganz gewöhnlicher Deut-scher und Jude zu sein? Sein bisheriges Leben zieht an ihm vorbei. Das "Fremde im Eigenen" wird zum zentralen Thema des Stücks und ist entsprechend nicht allein auf die Probleme eines ganz "gewöhnlichen" deutschen Juden beschränkt. |
|
Samstag, 17. März 19:30 Uhr Eintritt: Preise des Schauspielhauses Bitte beachten: Die Veranstaltung wurde zunächst irrtümlich für den 18. März angekündigt |
Der Würgeengel - Premiere Von Elfriede Jelinek "Opfer sind sie ja immer alle, die drängen sich förmlich danach, das geht nicht, es können nicht alle Opfer sein, jemand muss auch Täter sein wollen, bitte melden Sie sich!" Ein Ort, nirgends, irgendwo zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Boten erscheinen. Sie berichten. Sie erzählen. Sie widersprechen sich. Ihre Themen: Das Vergessen. Das Erinnern. Deutschland. Wir alle. Und immer wieder: Ein Fest auf einem Schloss, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges. Ein Fest, während dessen über 180 Zwangsarbeiter ermordet werden. Ein Fest, an das sich niemand erinnern will. Ein Tanz auf dem Vulkan. |
|
Samstag, 17. März 19:30 Uhr Festkonzert Eintritt: Gastspielpreise |
SHEKETAK - Rhythm in Motion Auf einer Bühne mit einem dreistöckigen Gerüst und einer Live-Band zeigen die Musiker und Tänzer rasant wechselnde Kombinationen aus rhythmischen Musiknummern, verschiedenen Tanzstilen und interaktiven Videoeinspielungen. "Sheketak - Rhythm In Motion" passt unmöglich in irgendeine Schublade. Mal kann man den Tänzern dabei zusehen, wie sie auf ihren Körpern trommeln, wobei sie Stöcke und Requisiten wie Töpfe und Stifte dazu benutzen Geräusche zu produzieren während sie sich über die Bühne bewegen, dann wieder gibt es eine Freestyle-Choreografie mit modernen Hip-Hop-Elementen, die die ganze Bühne in Beschlag nimmt und nur von den Atemgeräuschen der Tänzer untermalt wird.
|
|
Sonntag, 18. März 10:00-16:00 Uhr Tagesseminar Eintritt frei |
Was geht mich Israel an? In dem Seminar "Was geht mich Israel an?" soll eine Bestandsaufnahme über das Israelbild der Deutschen durchgeführt werden. Aber auch Erfahrungen des kulturellen Austausches zwischen Israel und Deutschland sollen eine Rolle spielen. Wert gelegt wird darüber hinaus auf den unmittelbaren Erfahrungshorizont der Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger, insbesondere von Jugendlichen. |
|
Sonntag, 18. März 13:30-18:00 Uhr Kosten: 20 € p.P. (inklusive Imbiss) Anmeldung bis 5. März unter Tel. 0371 / 77 21 83 |
Tanz und Literatur: Selma Meerbaum-Eisinger Selma Meerbaum-Eisingers Gedichte bewegen Laien und Experten gleichermaßen. Es ist Liebes- und Naturlyrik einer Jugendlichen. Selma Meerbaum-Eisinger starb 1942 mit 18 Jahren im ukrainischen Arbeitslager. Ihr Werk gehört neben Rose Ausländer und Paul Celan zum Erbe der ausgelöschten deutsch-jüdischen Kultur der Bukowina. Birgit Gatz stellt Selma Meerbaum-Eisingers Gedichte vor. Renate Frank-Bayer wird dieses "Leben wollen trotz allem" mit Tänzen verbinden. Leitung: Renate Frank-Bayer (Dozentin für Meditation des Tanzes/Sacred Dance) und Birgit Gatz (Diplom-Bibliothekarin) |
|
Sonntag, 18. März 20:00 Uhr (Anfangszeit korrigiert) Konzert Eintritt: Sonderpreise |
Konzert Jeffrey Goldberg studierte an der Harvard University und der University of Michigan Komposition und Dirigieren u.a. bei Luise Vosgerchian, Sarah Benson und Leonard Bernstein, außerdem bei Oliver Knussen, Sir Peter Maxwell Davies, Ivan Tcherepnin und Joe Maneri. Er promovierte an der Harvard University im Fach Pädagogik und lehrte an dieser Einrichtung sowie an der Boston Arts Academy und am Rivers School Conservatory. |
Veranstaltungen nach den Tagen der Jüdischen Kultur |
|
|
Donnerstag, 22. März 19:00 Uhr Vortrag Eintritt frei |
Nahostkonflikt: Mythen und Realitäten Wieder einmal sieht es im Nahen Osten so aus, als wäre der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern endgültig gescheitert. Es herrscht Stillstand in den Verhandlungen und gegenseitige Vorwürfe behindern eine Wiederaufnahme der Gespräche. Eldad Beck beschäftigt sich in seinem Vortrag mit den Mythen und Realitäten des Nahostkonfliktes und möchte zur Versachlichung beitragen. Eldad Beck ist Deutschland- und Europakorrespondent der größten israelischen Tageszeitung "Yedioth Achronot". Eine Kooperation der Volkshochschule, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. |
