19:30 Uhr Opernhaus
Karten an den üblichen Vorverkaufsstellen der
Theater Chemnitz
Premiere Ballettabend
Eröffnung der 19. Tage der Jüdischen Kultur in Chemnitz
Kaddish/Serenade
Tanzabend von Lode Devos mit Musik von Leonard
Bernstein
Choreographie: Lode Devos
Bühne: "Katxua" José A. Pelejero Pastor
Kostüme: Christiane Devos
Es tanzt das Ballett Chemnitz (Company der
Städtischen Theater Chemnitz)
Das Kaddish zählt zu den
bekanntesten jüdischen Gebeten aus den ersten Jahrhunderten neuerer
Zeitrechnung und ist eine Lobpreisung Gottes. Obwohl der Text keinerlei
Hinweis auf den Tod hat, finden sich Passagen, deren poetische
Formulierungen den Trauernden Trost spenden können. So wird es auch als
Gebet im Gedenken an die Verstorbenen etwa seit Beginn des 13. Jahrhunderts
benutzt. Die Sprache des Kaddish ist überwiegend Aramäisch und Hebräisch. In
mehreren Variationen wird es zu unterschiedlichen Ereignissen (nach dem
Lernen der Thora, zur Trauer, als Übergang im Gottesdienst) gesprochen.
Kaddish ist auch der Titel von Bernsteins 3. Sinfonie. In seiner Komposition
verwendet Bernstein Teile des Gebetes und ergänzt diese um eigene Texte. Das
dem US-Präsidenten John F. Kennedy gewidmete Werk für Orchester, gemischten
Chor, Knabenchor und Sopran-Solo entstand als Auftragswerk des Boston
Symphony Orchestra und gelangte im Dezember 1963 in Tel Aviv zur
Uraufführung.
Im zweiten Teil des Abends erklingt Bernsteins Serenade aus dem Jahre
1954. Der Komponist bezeichnete dieses Werk selbst als sein
"überzeugendstes". Der programmatische Ansatz ist hierbei "Platons Symposium
über die Liebe". Bernstein sieht seine Musik als eine Reihe von aufeinander
bezogenen Reden zum Lobpreis der Liebe. Die Solovioline übernimmt dabei in
jedem Satz die Rolle des Sprechers. Lode Devos greift in seiner Choreografie
als Struktur diese konzeptionelle Grundidee des Komponisten auf und
überträgt sie in eine tänzerische Ebene.
Die Herren werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen
Dr.
Jürgen
Nitsche
Steine und Namen
Kulturhistorische Führung über den
Jüdischen Friedhof
Thema: Auf den Spuren der Gründer der
Israelitischen Religionsgemeinde Chemnitz
Am Laubengang, westlich des Stadtzentrums am Kaßberg,
befindet sich der Friedhof der Israelitischen Religionsgemeinde
zu Chemnitz. Angelegt wurde er 1879, vier Jahre nach Gründung
der Gemeinde, und 1898 wesentlich erweitert. Der Friedhof
besteht aus sieben Abteilungen und umfasst etwa 1.250
Grabstellen.
Die Herren werden gebeten, in der Synagoge eine Kopfbedeckung zu
tragen
Dorothee Lücke und Renate Aris
Jüdisches Gemeindeleben - für
Kinder erklärt Eine Veranstaltung der
Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Bei Spiel und Spaß können Kinder die Synagoge kennen lernen
und einen Einblick in das jüdische Leben erhalten.
Für Kinder bis 12 Jahre und ihre Eltern und
Großeltern
Bei Spiel und Spaß können
Kinder mit ihren Eltern und/oder Großeltern die Synagoge und das jüdische
Gemeindezentrum kennen lernen und einen Einblick in die jüdischen Feste
erhalten. Renate Aris führt erst die Kinder und dann die Eltern durch die
Synagoge. Die Kinder können lernen, ihren Namen auf Hebräisch zu schreiben,
am Purimfest übliche Spiele zu spielen oder mit der Tanzgruppe israelische
Tänze zu tanzen.
was braucht der mensch?
...ist die Frage, unter der sich die Stücke dieses Programms versammeln. Sie
kennt keine sichere Antwort, aber jede Zeit und jeder Einzelne sieht sich
neu mit ihr konfrontiert.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach
einer Weile braucht er auch einen Drink. (Woody Allen)
Das Konzertprogramm will kulturgeschichtlich weit auseinander liegende
Positionen der Musikgeschichte präsentieren, die im Laufe des Abends ihre
feinen Fäden inhaltlicher und formaler Anknüpfung erkennen lassen. Den
kompositorischen Kontrasten wird eine markante Zusammensetzung der
beteiligten Musiker entsprechen.
Die Werke:
Instrumentale und vokale Stücke von Claudio Monteverdi, der den Übergang von
der Renaissance zum Barock in die Wege leitete, Songs aus der
Dreigroschenoper von Kurt Weill, der im Sinne des Theaters Bertolt Brechts
in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts komponierte, die Uraufführung
zweier Werke des Dresdner Komponisten Friedemann Stolte, sowie ein Titel der
Beatles, arrangiert von den King Singers im Stil eines
Renaissance-Madrigals, werden zu hören sein.
Die Besetzung:
Das Programm wird von einem Gemischten Chor, Blechbläsern und einem
Kontrabass ausgeführt. Blechbläsermusik führt ganz unterschiedliche
Konnotationen mit sich, die im Verlauf des Programms hörbar werden: Von der
festlichen Musik der Höfe, dem Pathos der Schlachten, des Gerichts und des
Kampfes (Posaunen von Jericho), über religiösen Glanz bis hin zum lustvollen
Klang einer Big Band oder einer Brass Band.
Der Kontrabass wird dies in bestimmten Stilen unterstützen oder mit seinen
sehr tiefen bis leise-hohen Klängen ein wirkungsvoller Kontrast sein.
Sonntag, 21. Februar
18:00 Uhr Café Lehmann
Ausstellung - 25.1. bis 3.5.2010, Di-So 11 bis
22 Uhr
Peter Schreyer
Impressionen
aus Israel
Eine Veranstaltung von Lehmanns Café
Peter Schreyer wurde 1948
in Riesa geboren. Er ist Künstlerischer Leiter im Museumsverein Freital,
Sektion Malerei. Peter Schreyer stellt regelmäßig in seiner Region sowie in
Berlin und Dresden aus.
Seine bevorzugten Techniken sind Aquarelle, Pastelle und Federzeichnungen.
Der koschere
Knigge - trittsicher durch die
deutsch-jüdischen Fettnäpfchen.
Eine Veranstaltung von Lehmanns Café
Michael Jonathan Wuliger
wurde 1951 in London geboren, wuchs in Wiesbaden auf und lebt heute in
Berlin als Feuilletonredakteur der "Jüdischen Allgemeinen". Er geht so gut
wie nie in die Synagoge, isst gern Serrano-Schinken und hört lieber Georges
Brassens als Giora Feidman. Sein jüdisches Idol ist Krusty, der Clown aus
der TV-Serie "Die Simpsons".
Anmeldung erforderlich
unter Tel. 0371 / 695 77 69
Lars Ariel Dziuballa
Was
bedeutet koschere Küche? Eine Veranstaltung des
Restaurants Schalom
In ungezwungener Atmosphäre gibt es einen Einblick in
Besonderheiten der jüdischen Küche
Kascher heißt genau
übersetzt "Im rechten Zustand tauglich". In aschkenasisch/jiddischer
Aussprache sagt man "Koscher" – ein Wort, das weltweit für "sauber" bekannt
ist. Kaschruth ist sein Hauptwort. Gemäß Mischna und Talmud bedeutet dieser
Begriff "zum Genuss erlaubt" und zwar in rituell-gesetzlicher wie auch in
zivilrechtlicher Beziehung. "Koscheres Fleisch" bedeutet also: nach den
Speisegesetzen zum Genuss geeignetes Fleisch. Daraus entstand das Verb "kaschern",
was religionsgesetzlich brauchbar machen bedeutet.
Schir Semer - der Chor der
jüdischen Gemeinde Chemnitz
Der Chor feierte sein
fünfjähriges Bestehen (gegründet 2004). Sein Repertoire umfasst ca. 50
Lieder in sechs Sprachen. Er unterteilt sie in klassische Lieder, Gebete,
Volkslieder und moderne Lieder. Im Chor kommen Mitglieder aus verschiedenen
Republiken der ehemaligen Sowjetunion zusammen, die alle die Liebe zum
Gesang verbindet.
Der Chor wird von Taisa Leyenson geleitet, sie kam 2003 aus der Stadt Orsch
in Weißrussland nach Deutschland. In Orsch arbeitete sie 30 Jahre als
Chorleiterin, unter anderem eines weiblichen Kammerchores, und als
Gesangslehrerin an der Kinderkunstschule.
Die Chorpianistin ist Asya Rekes. Sie ist 2004 aus Kiew nach Deutschland
gekommen. In Kiew arbeitete sie als Konzertmeisterin und unterrichtete über
40 Jahre Pianoforte.
Die Solisten des Chores sind Sonja Tchernowa, Galina Lunova, Eleanora
Kasatchkova, Boris Gervitz, Boris Lipkind, Alexander Svinarskiy, Ruvim
Bakman, Pavel Gendelevitsch, Konstantin Grinschpon und Ernest Techentin.
Der Nahost-Konflikt wird
meistens als ein politischer Konflikt zwischen zwei Völkern gesehen. Dabei
geht es um Fragen von Menschen- und Völkerrecht, um Land und Grenzen, Terror
und Besetzung, um Geschichte, Flüchtlinge, Wasser und Friedensverträge.
Jahrzehnte oft fruchtloser Debatten beherrschen auch hierzulande die
Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt.
Der Film "Naher Osten - Hoffnung und Trauma der Jugend" lenkt den Blick auf
eine andere Dimension: Im Gespräch mit israelischen und palästinensischen
Jugendlichen führt er ihre Ängste und die Anspannung ihres täglichen Lebens
vor Augen. Er zeigt den menschlichen Preis, den vor allem die Kinder jeden
Tag für den Konflikt bezahlen, in den sie hinein geboren werden. Doch die
Kinder erzählen auch von ihrer Hoffnung und von ihrem festen Willen, die
Zukunft anders zu gestalten.
Hanna Lehming besucht regelmäßig
Kinder- und Jugendprojekte in Israel und im Palästinensischen Gebiet.
Besonders verbunden ist sie mit der israelisch-palästinensischen Initiative
Parents-Circle-Families-Forum, in der Familien von beiden Seiten zusammen
arbeiten, die durch den Konflikt Kinder oder nahe Angehörige verloren haben.
Im Anschluss an den 30-minütigen Film berichtet sie von ihren Erfahrungen
und steht zum Gespräch bereit. Ihr Votum: Basis für einen echten Frieden ist
Versöhnung.
Hanna Lehming, Pastorin, seit 2002 Nahostreferentin und
Beauftragte für christlich-jüdischen Dialog der Nordelbischen
Evangelisch-Lutherischen Kirche, zuvor Studienleiterin an der Evangelischen
Akademie Nordelbien, 1989-93 Gemeindepastorin in Hamburg-Altona, 1978/79
Freiwillige der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste in Israel.
Mittwoch, 24. Februar (irrtümlich für 25.2. angekündigt)
19:30 Uhr Villa Esche
Konzert und Ausstellung - Eintritt frei
Eine
Veranstaltung von Schalom e.V., Villa Esche/ GGG, beseder e.V.
und Tage der Jüdischen Kultur e.V.
A schejnen Dank, Chemnitz Künstler der Galerie artECK
Es stellen Künstler der
Galerie "artECK" aus, die als jüdische Immigranten in Chemnitz leben und der
Stadt - einmal mehr - etwas zurückgeben wollen. Zahlreiche Künstler, die aus
der ehemaligen UdSSR stammen, haben in den letzten Jahren in Chemnitz eine
neue Heimat gefunden. Sie arbeiten in unterschiedlichen Genres wie Malerei,
Grafik, Batik oder Holzschnitzkunst und präsentieren ihre Werke unter
anderem in der Galerie "artECK" in der Moritzstraße. Diese Ausstellung in
der Villa Esche ist ein Dank der Künstler Oleg Monin, Boris Ostrovsky, Olga
und Slava Potievsky, Oksana Potievska und Igor Slutsky an Chemnitz - ihre
freundliche Wahlheimat.
George Gershwin My time is today Songs aus Porgy and Bess, Film &
Revue
Jung Eun Park (Sopran) und Jörg Kersten (Bariton), Tom
Bitterlich (Klavier)
"Meine Zeit ist das Hier
und Jetzt" – so das Motto von George Gershwin, dessen Musik die Vernissage
begleiten wird. Gefühle, Probleme und Sorgen der Menschen seiner Epoche
saugte er neugierig in sich auf und komponierte daraus seine
unverwechselbare, vor Vitalität sprühende Musik. Seine Songs bewegen sich
aus der Alltäglichkeit, lassen das Banale in Leichtigkeit schweben, sie
ergreifen und elektrisieren. Gershwin arbeitete für das Amerika des frühen
20. Jahrhunderts, doch ihm ist es gelungen, all-gemein Menschliches zu
fassen. So spricht seine Musik heute zu uns – ob Sachse, Schwabe, Chinese
oder Marokkaner. Gershwin lässt uns mitfühlen, dynamisiert und macht
nachdenklich.
Bücher und Aufsätze über
jüdische Geschichte füllen Bibliotheken - das Wissen darüber ist wenig
verbreitet. Durch langjährige Arbeit sowohl im Vorstand der Jüdischen
Gemeinde Dresden wie auch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische
Zusammenarbeit kennt Dr. Lappe die Fragen und Berührungsängste von
"Außenstehenden". Aber nur wenn es gelingt, diese Fragen zu beantworten und
die Berührungsängste abzubauen, können Juden und Nicht-Juden vorurteilsfrei
miteinander umgehen. Mit unterhaltsamen Multimedia-Vorträgen über jüdische
Geschichte, als Teil der Gesamtgeschichte, trägt er dazu bei.
Jude bleiben - Deutscher werden handelt z.B. von 250 Jahren
deutsch-jüdischer Geschichte anhand von Dokumenten der Familie Lappe.
Wie kamen die Juden nach Deutschland?
Weshalb musste Vorfahr Salomon Freyhan vor 250 Jahren Berlin
innerhalb von 14 Tagen verlassen?
Was war ein Generalprivilegierter?
Wie entwickelten sich die Vorfahren nach der "Judenemanzipation"?
Familiengeschichten aus der NS-Zeit.
Alle Vorträge sind mit Bildern, Videosequenzen und Ton. Die Darstellung
erfolgt mittels Laptop und Beamer.
Eine Veranstaltung der
Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Daniel Naumann
Einführung in
das biblische Hebräisch
Vor allem Gäste ohne
Vorkenntnisse erhalten einen ersten Einblick in die Sprache und in die Welt
der Hebräischen Bibel. Interessierte können sich an diesem Abend zu einem
kostenfreien einjährigen Einführungskurs ab September 2010 anmelden.
Pfarrerin Dorothee Lücke (Leiterin
des Evangelischen Forums Chemnitz)
Marc Chagall - Leben und
Werk
Chagall (* 1887 im
heutigen Weißrussland; † 1985 in Frankreich) kam aus einem chassidischen
Elternhaus. Die Themen seiner Bilder sind meistens das familiäre Umfeld, aus
dem er stammt, sein Heimatdorf Witebsk und Motive aus der Bibel. Zur
Erinnerung an den 25. Todestag des Künstlers, der als einer der
bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts gilt, wird sein Leben und Werk
vorgestellt.
Donnerstag, 25. Februar
7:00 Uhr
Goethe-Gymnasium
Vortrag - Geschlossene Veranstaltung für
Schülerinnen und Schüler
Eine
Veranstaltung von Tage der Jüdischen Kultur e.V. und
Agricolaforum Chemnitz der Katholischen Akademie Meißen
Elena Janis-Hamann und Tobias Rank
Leise schwimmt der Mond durch mein Blut Liederzyklus nach Texten von Else
Lasker-Schüler
Der Liederzyklus entstand
1999/2000 und hat seitdem zahlreiche Aufführungen deutschlandweit erlebt. Er
enthält 13 aneinander gebundene Lieder. 2003 entstand unter Mitwirkung des
Geigers und Posaunisten Matthias Zeller die CD unter gleichem Namen beim
Label Raumklang.
Tobias Rank studierte an der Hochschule für Musik
und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig Klavier, Komposition und
Cembalo. Als Pianist, Liedbegleiter und Stummfilmmusiker konzertierte er in
vielen europäischen Städten sowie in Nordafrika, Asien, Kanada und Mexiko.
Er ist als Komponist für Bühnenmusiken (u.a. an Theatern in Leipzig, Halle,
Zürich, Erfurt, Stuttgart, Leverkusen, Magdeburg und Chemnitz) tätig und gab
Improvisations- und Klavierkurse in Hamburg, Kopenhagen, Dublin und Bangkok.
Tobias Rank unterrichtet derzeit an der Hochschule für Musik und Theater
Leipzig in den Fachbereichen Schauspiel und Musical/Jazz sowie an der Musik-
und Kunstschule "Clara Schumann" in Leipzig.
Elena Janis Hamann studierte bis 2003 an der Hochschule für Musik
und Theater Leipzig, sowie am Conservatorium van Amsterdam im Fach
Jazzgesang. Workshops und Masterclasses belegte sie u.a. bei Lauren Newton,
Maria Jonas, Rhiannon, Jens-Uwe Günther, Anca Parghel und Gisela Rohmert.
Seit 2000 verbindet sie eine intensive Zusammenarbeit mit Tobias Rank. Sie
war Mitglied des Bundesjugendjazzorchesters unter der Leitung von Peter
Herbholzheimer und arbeitet seit 2001 als Sängerin und Texterin der
lateinamerikanischen Band "Tumbaito". Ebenso wirkte sie als Sängerin beim
Berliner Vokalquartett Niniwe, mit dem sie zwischen 2002 und 2008 nationale
und internationale Tourneen beging und zahlreiche Preise errang. Neben ihrer
Auftrittstätigkeit leitet Elena Janis Hamann Chöre und führt Workshops für
Sänger, Chöre und Musikpädagogen durch.
Zahlreiche CD-Aufnahmen.
Pressestimmen:
"Schlichtes Chanson, klassische Virtuosität und Jazzfeeling … eine
unglaubliche Ausdrucksstärke und Intensität." (Giessener Allgemeine
Zeitung)
"Tiefe, poetisch hoch verdichtete Empfindungen von Liebe, Sehnsucht und der
Ahnung vom Tod, finden hier eine überzeugende Interpretation der jungen
Leipziger Künstler …" (Leipziger Volkszeitung)
Wie stand Luther der
jüdischen Religion gegenüber? Unterscheidet sich dabei der junge vom alten
Luther? Auf die Frage nach Luthers Judenfeindschaft gibt dieser Vortrag eine
historisch und theologisch differenzierte Antwort.
Der Referent Prof.
Peter von der Osten-Sacken, Berlin, ist Experte für den christlich-jüdischen
Dialog. Er ist Träger der Buber-Rosenkranz-Medaille und war jahrzehntelang
Professor für Neues Testament in Berlin und Leiter des Instituts Kirche und
Judentum.
Der zweistündige Stadtrundgang zeigt die Entwicklung der Jüdischen Gemeinde in Chemnitz in Verbindung mit dem Wirken jüdischer Bürger in Industrie und Handel sowie in der Kunst. Schwerpunkt dieser Führung ist das religiöse Lebensumfeld der jüdischen Chemnitzer Bürger
In Fortsetzung des ersten
Rundgangs ist das Thema dieser Stadtführung zwischen Lothringer und
Altchemnitzer Straße der Einfluss der jüdischen Bürger auf die
wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Chemnitz. Gleichzeitig gibt der
Stadtrundgang einen Einblick in die Wandlung des Baustils von
gründerzeitlicher zu moderner Industriearchitektur...
Der Traktat ist bedeutsam
durch die Nachrichten über die Gestaltung der im Frühjudentum sowie die bis
heute gültigen halachischen Regeln für Purim. Im Traktat des babylonischen
Talmud findet sich auch die bekannte, zum exzessiven Feiern auffordernde
Stelle, es sei ein Gebot, an Purim so viel (Alkohol) zu trinken bis man
nicht mehr unterscheiden kann zwischen "verflucht sei Haman" und "gesegnet
sei Mordechai".
Purim ist das Fest, das an die Errettung des
jüdischen Volkes aus drohender Gefahr in der persischen Diaspora erinnert.
Nach dem Buch Esther versuchte Haman, der höchste Regierungsbeamte des
persischen Königs, die gesamten Juden im Perserreich an einem Tag
auszurotten. Königin Esther führt jedoch durch Fasten und Gebet die Rettung
herbei. In der Synagoge wird aus diesem Anlass ein Gottesdienst gefeiert,
bei dem es meist nicht übermäßig ernst zugeht; der ganze Ablauf zielt auf
Freude. Dabei wird auch die Festrolle des Buches Esther vorgelesen. Immer,
wenn der Name Haman fällt, soll von den anwesenden Kindern so viel Krach wie
möglich mit Tuten, Rasseln und Ratschen gemacht werden.
im
Anschluss
Samstag, 27. Februar
19:30 Uhr Jüdisches
Gemeindezentrum
Purim-Feier - Einige Gästekarten sind zum Preis
von 12 € im Büro der Jüdischen Gemeinde erhältlich
Purim Party mit der Klezmerband Jossif
Gofenberg & Friends aus Berlin
Klassische
Klezmer-Melodien und ein rasantes Spieltempo sind das Markenzeichen von
Jossif Gofenberg & Friends. Auch mit seinem neuen Programm bleibt der
"Maestro des Klezmer" seinen Klezmer-Wurzeln treu, verbindet diese immer
wieder neu mit modernen Rhythmen der israelischen Unterhaltungsmusik.
Der Akkordeonist und Sänger Gofenberg wird begleitet von Michael Sandler,
der auf eine erfolgreiche fünfzehnjährige Sängertätigkeit in Israel
zurückblicken kann und der sich inzwischen auch in Israel etabliert hat.
Außerdem stehen Igor Sverdlov (Klarinette) und Alexander Franz (Kontrabass)
mit auf der Bühne.
Die Chemnitzerinnen und Chemnitzer sind herzlich zur Purim-Party eingeladen.
Wer am 9. November einen
Blick in die Zeitung wirft wird feststellen, dass dies ein historischer Tag
ist. Denn 1918 wurde die Republik ausgerufen, 1989 fiel die Mauer. Ein Grund
zur Freude, aber dieser Tag hatte vor dem Mauerfall eine nicht ganz so
rosige Vergangenheit.
Denn am 9.11.1938 geschah in Deutschland großes Unrecht. In der Pogromnacht
begann das schlimmste Verbrechen an den Juden in Deutschland, die Täter
gingen aggressiv und brutal gegen eine Minderheit im eigenen Volke vor. Sie
zogen in dieser Nacht mit Fackeln durch Deutschland , zerstörten jüdische
Synagogen und Geschäfte, misshandelten und demütigten jüdische Mitbürger.
An diesen Tag wird schon seit vielen Jahren, auch in der evangelischen
Kirchengemeinde Dinslaken, mit einem Gedenkabend erinnert.
2009 haben sich ehrenamtliche, jugendliche MitarbeiterInnen des Bezirkes
dieser Aufgabe angenommen. Alle waren von Anfang an motiviert bei der Sache.
Eine Menge Material wurde geprüft, zusammengestellt und intensiv während der
Herbstferien und an den folgenden Wochenenden geprobt.
Die beteiligten Schauspieler und Musiker sind: Michelle Adam, Niklas Adam,
Tristan Bernds, Sophie Böttcher, Till Böttcher, David Borgardts, Lisa
Brandenberg, Stefan Gries, Marcus Hildebrand, Christopher Kolmsee, Nora
Merkes, Maren Nowacki, Jasmin Schaulies, Hendrik Zentgraf.
Die Vorsitzende der
Jüdischen Gemeinde Chemnitz und Religionslehrerin der sächsischen
Gemeinden, Dr. Ruth Röcher, lädt zur Führung durch die Chemnitzer Synagoge
ein.
Eine gute Gelegenheit in den Tagen der jüdischen Kultur, den Besuch der
Synagoge mit einem anschließenden Konzertbesuch (18.00
Uhr) in DAStietz zu verbinden.
Alexander Plotkin,
der Pianist, wurde in Grodno/Russland geboren und stammt aus einer
Musikerfamilie. Nach seiner ersten Ausbildung an der Musikschule in
Blagoveshchensk und der dortigen Musikhochschule, in welche er bereits als
Vierzehnjähriger aufgenommen wurde, setzte er sein Studium in St. Petersburg
fort und ist seit 2003 Student der Solistenklasse an der Musikhochschule
Freiburg. Verschiedene erste Preise, u.a. bei Internationalen
Klavierwettbewerben in Wladiwostok und Japan, einem Ehrenpreis beim Festival
"Virtuosen 2000" in St. Petersburg und dem "Petersburger-Muse-Preis" 2001
belegen sein Ausnahmetalent. Er konzertierte bereits in berühmten
Musikmetropolen wie "Concertgebow" Amsterdam und "Philharmonie St.
Petersburg".
Wolfgang Jellinek erhielt den ersten Violinunterricht
in Bonn, war 1975-1979 Mitglied im Bundesjugendorchester und im
Jugendorchester der EU und studierte in Düsseldorf in den Fächern Violine
und Barockvioline, anschließend in New York u.a. bei Itzhak Perlman. Bereits
seit seinem Studium ist Jellinek sowohl in Kammerorchestern und
Kammermusikensembles als auch solistisch tätig. Wichtig dabei sind ihm
Programme mit thematischen Schwerpunkten, die sich auf Epochen, die
Zusammenführung verschiedener Künste, Musik jüdischer Komponisten u.a.
beziehen können. Konzerte führten ihn bisher in die USA, nach Israel, Indien
und viele musikalische Zentren Deutschlands. Der Geiger hat einen
Lehrauftrag an der Tübinger Musikschule.
Julia Küsswetter studierte in Rom, in Berlin an der Hochschule für
Musik "Hanns Eisler", in Graz (Universität für Kunst und Musik) und in
München (Hochschule für Musik und Theater). Sie machte 2003 ihr
künstlerisches Opern- und Konzertdiplom. Julia Küsswetter debütierte 2000
als Adele in "Die Fledermaus" von J. Strauß in Graz, sang Uraufführungen in
München und Hamburg, ist dem Chemnitzer Publikum in bester Erinnerung durch
ihr Engagement an der Oper Chemnitz 2004 bis 2006, sang in München,
Regensburg, Bad Hersfeld und Frankfurt am Main.
Die Streitschrift von
Henryk M. Broder setzt sich mit der falsch verstandenen Toleranz gegenüber
Verletzungen der universellen Menschenrechte auseinander. Dort, wo
Terroristen als Widerstandskämpfer bezeichnet werden oder der angebliche
"Respekt vor einer andersartigen Kultur" zur Tolerierung von Unrecht führt,
mischt sich Broder ein.
"Mit polemischer Verve schreibt Henryk M. Broder
gegen eine falsch verstandene Toleranz an, die seiner Meinung nach nur aus
Bequemlichkeit resultiert oder Angst verdecken soll. Er listet mannigfache
Beispiele auf, wo unter dem Deckmäntelchen der Toleranz Regelverstöße,
Gewalt und Respektlosigkeiten einfach hingenommen werden. Intoleranz gilt
ihm daher als Gebot der Stunde." (Deutschlandradio, 16.9.2008)
Henryk M. Broder ist Publizist und wurde 1946 in Kattowitz geboren, er
schreibt unter anderem für den "Spiegel" und die "Weltwoche". Zu seinen
wichtigsten Publikationen zählen "Der ewige Antisemit. Über Sinn und
Funktion eines beständigen Gefühls" (1986), "Die Irren von Zion" (1998)
"Kein Krieg, nirgends. Die Deutschen und der Terror" (2002). Zuletzt
erschien sein Bestseller "Hurra, wir kapitulieren. Von der Lust am
Einknicken" (2006).
Der zweistündige
Stadtrundgang zeigt die Entwicklung der Jüdischen Gemeinde in Chemnitz in
Verbindung mit dem Wirken jüdischer Bürger in Industrie und Handel sowie in
der Kunst. Schwerpunkt dieser Führung ist das religiöse Lebensumfeld der
jüdischen Chemnitzer Bürger.
In Fortsetzung des ersten
Rundgangs ist das Thema dieser Stadtführung zwischen Lothringer und
Altchemnitzer Straße der Einfluss der jüdischen Bürger auf die
wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Chemnitz. Gleichzeitig gibt der
Stadtrundgang einen Einblick in die Wandlung des Baustils von
gründerzeitlicher zu moderner Industriearchitektur...
Zwischen Hedwig- und Klosterstraße -
Eine jüdische Spurensuche zwischen Bürgerhäusern und Neubauten Ein kulturhistorischer Rundgang
Im Zusammenhang mit der
Gründung der Israelitischen Religionsgemeinde im Herbst 1885 in Chemnitz
bemühte sich der Gemeindevorstand, Verwaltungsstrukturen aufzubauen. So
wurde entschieden, einen ständigen Gemeindesekretär einzustellen. Dafür
konnte Salomon Sommerfeld aus Ostpreußen gewonnen werden. 1896 wurde das
Israelitische Gemeindeamt in das I. Obergeschoss des Hauses Hedwigstraße 13
verlegt. Gibt es heute noch Spuren aus dieser Zeit an der Markthalle?
Eine Veranstaltung der
Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Antje Nötzold, M.A.
Der Nahost-Konflikt - Ursachen und Friedensperspektiven
Der Vortrag stellt den
historischen Ursprung des Nahostkonflikts und die grundlegenden
Schwierigkeiten im Friedensprozess dar. Anschließend werden die Aussichten
auf Frieden in der Region mit Blick auf aktuelle Entwicklungen analysiert.
Antje Nötzold ist seit einigen Jahren Mitglied einer Expertengruppe aus
Forscherinnen und Forschern des Nahen Ostens und Deutschlands. Sie hat in
dieser Funktion mehrfach die Region besucht. Frau Nötzold, M.A., ist
Lehrbeauftragte der Technischen Universität Chemnitz.
Dienstag, 2. März
19:30 Uhr Lila Villa
Vortrag, Literarischer Salon - Eintritt: 5 €/ 4
€
Ursel Schmitz
Preußische Jüdinnen Das Leben der legendären Berliner
Salonieren Henriette Herz, Rahel Varnhagen von Ense und Dorothea
Schlegel
Zwischen dem Ende der
Aufklärung und dem Beginn der Frühromantik. In einer Zeit, in der den Juden
nicht einmal die bürgerlichen Rechte zuerkannt waren und
Selbstverständliches durch teure Schutzbriefe erkauft werden musste,
gründeten die Jüdinnen Henriette Herz, Rahel Varnhagen von Ense und Dorothea
Schlegel in der preußischen Metropole Berlin literarische Salons, die ein
unvergleichlicher Bestandteil deutscher Kulturgeschichte sind.
Doppelt benachteiligt durch ihre jüdische Herkunft und als Frau, haben sie
in der Zeitspanne, da "der alte Judenhass abgetan und der moderne
Antisemitismus noch nicht geboren war" (Hannah Arendt) für die geistige wie
gesellschaftliche Emanzipationsbewegung Deutschlands Großes geleistet und
eine einzigartige Symbiose jüdisch-preußischer Kulturtradition geschaffen.
Mit ihrer unkonventionellen, traditionelle Schranken sprengenden Art übten
sie eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf all jene aus, die jenseits von
reglementierter Standesgeselligkeit oder bildungsbürgerlicher Biederkeit,
geistige wie gesellschaftliche Inspiration suchten.
Drei deutsche Musiker
halten auf ihre Weise die Tradition der jiddischen Lieder lebendig. Die
Sängerin Manuela Weichenrieder, der Cellist Ludger Schmidt und Ralf
Kaupenjohann am Akkordeon bringen Erfahrungen aus unter-schiedlichen
musikalischen Genres in das Ensemble DRAj.
Das Programm "Lieder aus den Ghettos" entstand auf der Grundlage der
originalen Melodien und Texte, die mit ihrer Mischung aus Lebensfreude und
Melancholie berühren. Bei den neuen Arrangements von Ludger Schmidt und Ralf
Kaupenjohann sind die überlieferten Lieder Ausgangspunkt für die Arbeit von
Ensemble DRAj - Draj abgeleitet von der jiddischen Schreibweise der Zahl
drei.
Im neuen Programm "Kinderjorn" haben nahezu alle Lieder - ähnlich wie im
ersten Programm "Lieder aus den Ghettos" – einen deutlichen Bezug zur Zeit
des Nationalsozialismus und zum Holocaust. Der Schwerpunkt liegt diesmal
jedoch beim Thema Kindheit im Ghetto. Es werden Lieder zu hören sein, die
zum kindlichen Erlebnisbereich gehören: Kinderlieder und die Kindheit
betreffende Lieder; Lieder, die den Alltag der Kinder in dieser Situation
beschreiben, aber auch solche, die vielleicht etwas Mut machen konnten.
In dem dialogischen Kinderlied "Wer der erschter wet lachen von Mordechaj
Gebirtig" (1877-1942) geht es um ein Wettspiel, bei dem derjenige verliert,
der als erster lacht. Schlojmele denkt einfach an traurige Sachen (und die
gibt es reichlich). Aber Awremel kennt einen einfachen Trick ...
Mark Warschawski (1840-1907) lässt in dem Lied Ojfn Pri-petschik einen Rabbi
die Kinder das Alphabet lehren. Aber eigentlich will er ihnen klarmachen,
dass einerseits noch großes Leid auf sie wartet und wo andererseits eine
Kraftquelle liegen kann. "Schtiller, schtiller" stammt aus dem Vernichtungslager Ponar (bei Wilna) in
Litauen. Die Melodie schrieb Alexander Wolkowski, ein elfjähriger Knabe. Im
Text heißt es, im Angesicht der Gefahr möchte man dem Feind es nicht
vergönnen, sich am Unglück der zum Tode Verurteilten zu weiden: “Unser
Unglück soll für Feinde nicht zu fühlen sein."
Bei den Arrangements versucht Ensemble DRAJ - abseits von der üblichen
Klezmermusik - behutsam, den Liedtexten gerecht zu werden. Der Charakter
eines jeden Stückes wird dabei geprägt von den authentischen
Musikerfahrungen der einzelnen Mitglieder. Diese liegen in der Klassik, in
der Moderne und im Jazz.
CDs:
Lieder aus den Ghettos, Ethno Art Ruhr - EAR 2002 (mit Anette Krüger -
Gesang)
Kinderjorn, LAIKA Records - LAIKA 3510207.3 2006 (mit Manuela Weichenrieder
- Gesang)
Eine Veranstaltung der
Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Nadine Mensel, M.A.
Israel und die internationale Gemeinschaft
Bereits die Gründung
Israels im Jahr 1948 offenbarte Indizien für ein schwieriges Verhältnis
zwischen dem jüdischen Staat und der internationalen Gemeinschaft. Diese war
zuerst unfähig, eine Zwei-Staaten-Lösung durchzusetzen und trat im späteren
Konfliktverlauf ambivalent auf. Tatsache ist, dass sich Gremien und
Organisationen der Vereinten Nationen überproportional stark mit Israel und
dem Konfliktgeschehen im Nahen Osten beschäftigen. Davon bleibt die
Wahrnehmung Israels in Medien und Öffentlichkeit nicht unbeeindruckt. Der
Vortrag will daher dieses angespannte Verhältnis zwischen den Vereinten
Nationen und Israel thematisieren.
Nadine Mensel, M.A., ist
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Chemnitz. Sie
ist zudem u.a. tätig als Fachstudienberaterin für den Bachelorstudiengang
Politikwissenschaft.
Eine Veranstaltung der
Stadtbibliothek Chemnitz und von Tage der Jüdischen Kultur
e.V.
Mirjam Pressler
"Grüße und
Küsse an alle"
Wie durch ein Wunder
haben zahllose Briefe, Dokumente und Fotos der Familie von Anne Frank auf
dem Dachboden des Hauses der Familie Elias in der Baseler Herbstgasse
überlebt und wurden dort vor einiger Zeit entdeckt - ein Sensationsfund!
Die wunderbare Erzählerin Mirjam Pressler hat daraus die so einzigartige wie
exemplarische Geschichte der deutsch-jüdischen Familie Frank zusammengefügt,
die sich liest wie ein großer schicksalhafter Familienroman.
Ruslan und Elena
haben sich in Murmansk kennengelernt. Seit 1994 spielen sie zusammen. Das
Duo ist Preisträger etlicher internationaler Akkordeonwettbewerbe. Seit Juni
2006 leben Ruslan und Elena Kratschkowski in Deutschland (Dresden).
VOM
SÄBELTANZ ZUM TÜRKISCHEN MARSCH
KLEZMER, TANGO, WELTMUSIK ZWISCHEN MOSKAU UND MAILAND
"Elena und Ruslan Kratschkowski, die auf ihren Akkordeons wahre Wunderdinge
zaubern..." (Peter Zacher - Dresdner Neueste Nachrichten)
"Zwei Akkordeons. Nicht mehr. Nicht weniger. Was die beiden mehrfach mit
Preisen und Urkunden ausgezeichneten russischen Musiker aus diesen
Instrumenten zaubern, ist eine ganze musikalische Welt: Russische Romanzen
und jiddischer Klezmer, klassische Kompositionen von Bach, Mozart, Vivaldi
bis Chatschaturian, Zeitgenössisches von Schnittke, Französische Chansons,
Tangos von Piazzolla, Zigeunermusik..."
Mit grenzenloser Fantasie und mitreißender Spielfreude, manchmal mit
Augenzwinkern und Selbstironie, immer aber mit absoluter Perfektion zaubern
die perfekt scheinenden Musiker Unglaubliches aus ihren Instrumenten.
Alfred Schnittke –
Klavierquintett "in memoriam"
Der russlanddeutsche Komponist und Pianist wurde am 24.11. 1934 in Engels
geboren und starb am 3. August 1998 in Hamburg.
Peter Eötvös –
Korrespondenz
Szenen für Streichquartett (Briefwechsel zu W.A. und Leopold Mozart)
Der ungarische Komponist und Dirigent wurde am 2.1.1944 in Odorheiu Secuiesc
geboren, studierte in Budapest und Köln, war Mitarbeiter im Studio für
elektronische Musik des WDR, unterrichtet in Karlsruhe und Köln.
Auf der Grundlage ihres Briefwechsels aus dem turbulenten Jahr 1778 schrieb
Eötvös drei Quartettszenen mit dem Titel Korrespondenz, bei denen er der
Bratsche die Rolle Wolfgangs zuweist, dem Cello die des Vaters Leopold. Die
beiden Geigen wachen wie zwei Schutzgeister oder Beobachter über das
familiäre Hin und Her. In der ersten Szene versucht der Vater seinen Sohn
davon abzuhalten, mit einer Sopranistin durchzubrennen: er drängt auf die
Fertigstellung eines Flötenkonzerts. In der zweiten Szene klagt Mozart über
mangelnde Beachtung in Paris, die ihm angebotene Organistenstelle schlägt er
jedoch aus. In der dritten Szene berichtet Wolfgang von einer gelungenen
Uraufführung und verschweigt, dass seine Mutter soeben gestorben ist. Worte
werden nicht gesprochen in diesem Quartett, jedenfalls nicht aus
Menschenmund. Was die Instrumente jedoch spielen, ist der menschlichen
Sprache verwirrend nah. Die Töne bilden den Rhythmus der Worte, ihre
Intonation und ihre Feinheiten nach: Wenn sich die Mozarts auf französisch
schreiben, dann hört man dies an der nasalen Klanggebung der Instrumente.
Und als Wolfgang sich mit besonderer Sorgfalt in Schönschrift übt, zupft die
Bratsche Kalligraphie.
Auch in Korrespondenz erschließen sich - über den genauen Wortsinn hinaus -
die feinen Zwischentöne; jene Verärgerung oder Beklemmung, die man
vielleicht hinter Tintenstrichen noch verbergen kann, in der Musik aber
niemals. (Kornelia Bittmann, WDR Köln, 2002)
Dimitri Schostakovitsch – Klavierquintett op.57
(Auseinandersetzung mit Johann Sebastian Bach) Laura Mikkola, die junge, international renommierte Pianistin ist den
Chemnitzern seit einem "Konzert der Künste" bestens bekannt. Das Robert-Schumann-Quartett besteht aus den Chemnitzer
Philharmonikern Hartmut Schill, 1.Violine; Andreas Winkler, 2.Violine;
Matthias Worm, Viola; und Horst-Rüdiger Zakowsky, Violoncello.
Freitag, 5. März
9:00 Uhr
Schule
Lesung - Geschlossene Veranstaltung
Im hebräischen Wort
Achrajut, Verantwortung, steckt das Wort Acher – der "Andere": Das
Wahrnehmen von Verantwortung kommt ohne dieses Gegenüber nicht aus. Marion
Kahnemanns Hauptthema ist dieser "Andere", in seinen Möglichkeiten,
Begrenztheiten, Sehnsüchten, seiner Einsamkeit und vor allem seinen Brüchen.
Sie verwendet Fund-stücke aus dem Alltag, oft kaum noch in ihrem Ursprung
erkennbar, und schafft so Räume für freie Interpretation und individuelle
Sicht. Grundlage ihrer Arbeit ist, das verborgene Staunen hinter den
Alltagsdingen aufzuspüren und ihnen ihren menschlichen Kontext
zurückzugeben.
Marion Kahnemann, Bildhauerin, Dresden
1960 in Magdeburg geboren, 1977-81 Abendstudium und 1981-86 Direktstudium an
der Hochschule für Bildende Künste Dresden, seit 1988 Ausstellungen und
Ausstellungsbeteiligungen u.a. in Dresden, Berlin, Wroclaw, Sofia, St.
Petersburg, Basel und Oakland (Kalifornien), 1993 Kunstförderpreis der
Landeshauptstadt Dresden, 1995 Studienreise nach Israel (Stipendium der
Memorial Foundation of Jewish Culture, New York), 2000 Arbeitsaufenthalt im
Künstlerhaus Herzliya, Israel, Arbeitsaufenthalt im Werkraum Warteck, Basel,
Schweiz, 2000/01 Raoul-Wallenberg-Stipendium, Paideia, Europäisches Institut
für Jüdische Studien, Stockholm, 2006/07 Martin-Buber-Stipendium, Paideia,
Europäisches Institut für Jüdische Studien, Stockholm, 2008 Förderung durch
die Stiftung "Zurückgeben" Kunst im öffentlichen Raum: 1998
Brunnengestaltung, Elsa-Fenske-Heim, Dresden, 2001 Denkmal für die
Deportation der Dresdner Juden, Neustädter Bahnhof in Dresden, 2002
Wandgestaltung, Paideia, Europäisches Institut für Jüdische Studien,
Stockholm, 2007/09 Drei Denk-Orte in Dresden
Unter der Leitung von KS Helmut Klotz singen Kathleen Klose
(Alt), KS Helmut Klotz (Tenor) und Egbert Junghans (Bariton). Am
Klavier: Clemens Posselt. Es singt der Leipziger Synagogalchor
Synagogale Gesänge – Teil 1:
Ma tauwu – Huldigungsgesang beim Eintritt in die Synagoge
Haschkiwenu – Abendgebet um Geborgenheit in der Nacht
L`cho daudi – Kehrreimlied zur Begrüßung des Sabbat
W`schomru – Bibelzitat zum Sabbat
Pißchuli – Psalm 118
Omar Rabbi Elosor – Friede sein in deinen Mauern
Jiddische Gesänge:
Die Nacht – wohin, stille Wege, wohin?
Ghetto Varsha – vergessen wir nie unseren Schmerz im Ghetto Warschau
Stiller, stiller – es führt kein Weg zurück
Synagogale Gesänge - Teil 2:
Ez chajim – ein Baum des Lebens ist die Thora
Taurass adaunoj – Psalm 19 7/8
Naariz`cho – heilig, heilig, heilig ist der Gott der Heerscharen
Der Leipziger Synagogalchor wurde 1962 von Oberkantor Werner
Sander gegründet. Kammersänger Helmut Klotz übernahm nach dessen Tod 1972
die künstlerische Leitung. Das Ensemble besteht aus etwa 30 Mitgliedern, die
keine professionellen Sängerinnen und Sänger sind, zum großen Teil aber über
eine private Gesangsausbildung verfügen. Kammersänger Helmut Klotz ist es
gelungen ein semi-professionelles Ensemble mit professionellem
künstlerischen Anspruch zu formen. Zusammen mit Solisten großer Opernhäuser
führten Konzertreisen den Chor nach Israel, Südafrika, Spanien, Portugal,
Belgien, Brasilien, Schweden, Polen, USA und in die Slowakei. Natürlich sang
er in vielen deutschen und westeuropäischen Städten in Synagogen,
Kathedralen und bei Festivals.
Seminar "Einwanderung
und Integration in den jüdischen Gemeinden in
Deutschland"
Seminar zur Einwanderung
und Integration in den jüdischen Gemeinden in Deutschland. So wie die vier
Begriffe über die ganze Zeit der Geschichte der Jüdischen Gemeinde Chemnitz
stehen können, so haben sie eine aktuelle Bedeutung für die Entwicklung der
jüdischen Gemeinden in den letzten zwanzig Jahren.
Das Seminar
objektiviert und aktualisiert die Bedeutung der neuen jüdischen Gemeinden in
Deutschland.
Bitte beachten Sie aktuelle Veröffentlichungen
zum Hauptthema Einwanderung und Integration in den jüdischen
Gemeinden in Deutschland
Seminar zur Einwanderung
und Integration in den jüdischen Gemeinden in Deutschland. So wie die vier
Begriffe über die ganze Zeit der Geschichte der Jüdischen Gemeinde Chemnitz
stehen können, so haben sie eine aktuelle Bedeutung für die Entwicklung der
jüdischen Gemeinden in den letzten zwanzig Jahren.
Das Seminar
objektiviert und aktualisiert die Bedeutung der neuen jüdischen Gemeinden in
Deutschland.
10:00 Uhr
Studie zur Integration in die
sächsischen Gemeinden
Svetlana Roberman, Jerusalem
10:45 Uhr
20 Jahre russisch-jüdische
Zuwanderung nach Deutschland -
Erfolge, Rückschläge, Perspektiven Olaf Glöckner, Potsdam
geboren in
Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz); Studium 1993 an der Humboldt-Universität
Berlin: Israelwissenschaften, Geschichte; 1995 Universität Potsdam Jüdische
Studien/Geschichte; Redakteur bei der Dresdner Tageszeitung "Die Union".
Mitarbeiter im Kompetenznetz "Jüdische Studien" an der Universität Potsdam;
sechsmonatiger Aufenthalt in Israel (Kibbutz-Volunteer und journalistische
Recherchen); Mitarbeit am "Neuen Lexikon des Judentums" und am
Forschungsprojekt "Integration russischer Juden in der Bundesrepublik
Deutschland"; Freie Mitarbeit am Moses-Mendelssohn- Zentrum Potsdam.
11:30 Uhr
Begegnung mit den "anderen" -
Erfahrungen russisch-jüdischer Migranten in multikulturellen
Projekten
Grigori Pantijelew, Bremen
Der Autor ist ein pluralistisch
denkender, musikalisch wirkender, multikulturell lebender
Schreiber
13:30 Uhr
Angekommen in Chemnitz!
Gespräch mit Mitgliedern der Gemeinde Chemnitz
13:45 Uhr
In Deutschland angekommen?
Die jüdischen Gemeinden in Sachsen - zwischen Heimat und
Sozialstation
Heinz Joachim Aris
Landesverband Sachsen der jüdischen Gemeinden
Dr. Nora Goldenbogen
Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden
Küf Kaufmann
Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Dr. Ruth Röcher
Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, Leitung der
Diskussion
Veranstaltungen nach den Tagen der Jüdischen Kultur
Reihe Klangwerk - Neue Musik in Zusammenarbeit mit Tagen der
Jüdischen Kultur e.V.
Regine Müller
(Klarinette) und ensemble 01
Different Dreams
Steve Reich: Different Trains (1989) für Streichquartett und
Zuspielband mit Videoprojektionen; Visualisierung: Olaf Bender
1. America - before the war; 2. Europe - during the war; 3.
after the war; 4. fast; 5. slow; 6. fast
Osvaldo Golijov (geb. 1960 in La Plata): The Dreams and
Prayers of Isaac the Blind for Klezmer Clarinet and String
Quartett (1994)
An diesem Abend werden
zwei besondere Werke aufgeführt, die durch ihre eigenen kompositorischen
Besonderheiten eine neue Spannung erzeugen: Different Train, ein
gewissermaßen in der Tradition der Minimalmusic gearbeitetes Stück mit
programmatischem Hintergrund (z.B. mit Originalaufzeichnungen von
Holocaustüberlebenden), trifft auf die Träume und Gebete von Isaak dem
Blinden (dem großen Kabbalisten und provencalischen Rabbi Isaak im 12.
Jahrhundert). Die Träume und Gebete erhalten musikalisch ihre Ausdruckskraft
durch die Kraft der Klezmermusik. Die Klänge der Klarinette verschmelzen mit
denen des Streichquartetts zu pulsierenden, lyrischen Landschaften.
Am Abend des 19.
Novembers 1885 im Hotel "REICHOLD" (heute Gebäudekomplex der Continental
Chemnitz GmbH) konstituierte sich die "Israelitische Religionsgemeinde zu
Chemnitz" als öffentlich-rechtliche Körperschaft.
Die Chemnitzer Juden spielten fortan eine bedeutende Rolle im Leben der
Stadt. Sie waren am beeindruckenden Aufschwung des damaligen
Wirtschaftsstandortes nach der Reichsgründung in nicht unerheblichem Maße
beteiligt. Die Namen der jüdischen Fabrikanten und Großkaufleute Ladewig,
Goeritz, Sussmann oder Bernstein, Frank und Sachs sind noch immer eng mit
der Geschichte der Stadt verbunden und vielen Bürgern ein Begriff. Bereits
wenige Jahrzehnte nach der Gemeindebildung traten Chemnitzer Juden als
Kultur- und Sozialmäzene in Erscheinung. Dafür stehen unter anderem die
Namen Kohorn und Mecklenburg, die 1924 den Umbau des früheren
Schauspielhauses unterstützten.
Die Fabrikanten Stern, Bergmann, Ladewig,
Mecklenburg und Kahn lenkten die Geschicke der Israelitischen Gemeinde bis
zu ihrer gewaltsamen Auflösung im Jahre 1939. Ihr letzter Vorsteher war der
Kaufmann Wangenheim, der auch anfangs die im Oktober 1939 zwangsweise
gegründete “Jüdische Kultusvereinigung“ leitete. Der ehemalige
Getreidehändler Klebe war ihr letzter Vorsitzender. Die Rumpfgemeinde
bestand noch bis 1942, bis sie im Herbst 1945 von den Überlebenden des
Holocausts als Jüdische Gemeinde wieder gegründet wurde.
Mit einer anspruchsvollen Ausstellung soll an die Anfänge der Israelitischen
Religionsgemeinde und deren wechselhafte Geschichte erinnert, sowie die
Vielfalt des jüdischen Lebens in Stadt und Land gezeigt werden. Anschaulich
machen das Geschichten, die "hinter der Geschichte" stehen, und Bilder, die
ihre eigenen Geschichten erzählen!
Die Schau, die nach Idee und Konzeption des Chemnitzer Historikers Dr.
Jürgen Nitsche entsteht, verschafft nicht nur der 125-jährgen Geschichte
gebührende Aufmerksamkeit, sondern gibt Gelegenheit, die Geschichte und
Gegenwart der Jüdischen Gemeinde aus verschiedenen Blickwinkeln stolz und
kritisch zu sehen und auch manches zu befragen.
Die Jüdische Gemeinde, der Verein "Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz"
und das Stadtarchiv sind Kooperationspartner des Schloßbergmuseums.
Gefördert wird die Ausstellung durch die Stadt Chemnitz. Es ist geplant,
auch an anderen Orten der Stadt auf die Geschichte Chemnitzer Juden
hinzuweisen.