Programm 2006

Veranstaltungen zu den Tagen der Jüdischen Kultur

Donnerstag
16. März
18 Uhr • Eröffnungsveranstaltung • Jüdisches Gemeindezentrum (Stollberger Str. 28)
Eröffnung der Tage der Jüdischen Kultur 2006 durch den Schirmherrn, Oberbürgermeister Dr. Peter Seifert
Schir-Semer, Chor der jüdischen Gemeinde Chemnitz
Vortrag von Prof. Michael Brenner, (München): “Kreative Ruhestörer: Ernste Bemerkungen zum deutsch-jüdischen Humor”
Kantorin Mimi Sheffer (Berlin)

Eintritt frei

 
21 Uhr • schönherr.fabrik
Klezzmates (Polen)
Krakau-Klezmer-Jazz
Die fünf exzellenten Musiker -alle Absolventen der Krakauer Akademie der Künste- sind die absoluten Newcomer der europäischen Klezmerszene.
Grundlage ihrer Musik sind die traditionellen jüdischen Melodien, angereichert mit Elementen der klassischen Musik und des Jazz. So entstanden mitreißende und lebendige Eigenkompositionen, die begeistern.

Eintritt: 12/8 Euro

 
Freitag
17. März
18 Uhr • Synagoge (Stollberger Str. 28)
Kabbalat Schabbat
Gottesdienst zur Begrüßung des Schabbats mit Landesrabbiner Dr. Almekias-Siegl.
Wie in jedem Jahr sind alle dazu herzlich eingeladen.
Teilnahme für männliche Besucher bitte nur mit Kopfbedeckung!

Eintritt frei

 
Samstag
18. März
20 Uhr • Chemnitzer Kabarett
Ashkenazim Quartett (Rus/GB)
Jüdische A cappella Musik
Das 2001 gegründete Vokalquartett (mit britischen und russischen Künstlern) zählt international längst zu den beliebtesten und angesehensten Formationen mit jüdischer Chormusik. Reich an Wissen über alte Klezmersongs, reflektieren sie jüdische Vergangenheit und Gegenwart mit ungewohnt hoher Authentizität.
Sie interpretieren sowohl alte und rare jiddische Lieder als auch neue, populäre Songs. Sie vertonen wundervolle jiddische Gedichte und sorgen stets für eine außergewöhnliche Stimmung.
Ein Quartett, das aufhorchen lässt und dessen Stimmen man nicht so leicht vergisst.

Eintritt: 15 Euro

 

20 Uhr • Villa Esche
“Der Geist weht wo er will“ - Mozart, Schostakowitsch und jüdische Volkspoesie
Zum 100. Geburtstag des russischen Komponisten Schostakowitsch.
W.A. Mozart: Divertimento B-Dur, KV 254;
D.D. Schostakowitsch: Lieder nach den Texten von Block “Aus jüdischer Volkspoesie, op.79”

Mozart und Schostakowitsch - beiden ist die frühe Fähigkeit zu eigen, in Musik zu denken. Bei beiden finden sich absolute Wahrhaftigkeit, grenzenlose Lust an bodenlosen Späßen und am Sarkastischen. Sie durchdringen die Abgründe der menschlichen Seele und setzen sie in musikalische Sprache um.
Ein ausgewähltes Solistenensemble bietet eine faszinierende Sicht auf ihre Werke:
Valéry Suty - Sopran
Dirk Kleinke - Tenor
Alexandra Rivas - Mezzosopran
Hartmut Schill - Violine
Horst-Rüdiger Zakowsky - Cello
Vladimir Stoupel - Klavier (artist in residence 2005)

Eintritt: Vorverkauf 17/12 Euro • Abendkasse 22/18 Euro

 
Sonntag
19. März 
12 - 18 Uhr • Gemeindezentrum St. Pauli-Kreuz
Der Rebbe tanzt
Tanzworkshop mit Familie Frank-Bayer aus Chemnitz
Anmeldungen (bis zum 1.3.) und weitere Informationen unter: Telefon 0371/ 772 183

Kursgebühr: 25 Euro

 
13 Uhr und 15 Uhr • Jüdischer Friedhof
Der gute Ort
Kulturhistorische Führung über den jüdischen Friedhof mit Dr. Jürgen Nitsche
Thema: Schicksale jüdischer Frauen in Chemnitz.
Teilnahme für männliche Besucher bitte nur mit Kopfbedeckung!

Eintritt frei

 
17 Uhr • DAStietz/Stadtbibliothek
Erlkönigs Reich. Die Geschichte einer Täuschung
Lesung mit Peter Finkelgruen (Köln)
Der Autor wurde als Kind einer sudetendeutschen jüdisch- christlichen Ehe in Shanghai geboren, wohin seine Eltern während der Nazi- Zeit geflüchtet waren.
Sein Lebensweg führte ihn über Prag und Israel ins Rheinland, wo er als Journalist arbeitete.
Durch Zufall erfährt er, dass es in seiner Familie, die immer mit der ungebrochenen Identität der Opfer gelebt hat, auch einen Kriegsverbrecher gab.
Peter Finkelgruen beschreibt in seinem fesselnden Buch die Geschichte dieser Identitätstäuschung.

Eintritt: 8/6 Euro

 
19 Uhr • Kreuzkirche
Webmuster zu Ehren Gottes - ein Chemnitzer Patchwork
Konzert mit
Mimi Sheffer - Sopran (jüd. Kantorin/Berlin)
Steffen Walther - Orgel (ev.-luth. Kantor/Chemnitz)
Synagogenchor Dresden/Chemnitz
Dr. Almekias-Siegl (Landesrabbiner)
Yankele Kapelle (Chemnitz)
Die musikalischen Linien des 19.Jahrhunderts als Abbild des damaligen gesellschaftlichen Lebens, mit christlicher Liturgie, orthodoxen jüdischen Kompositionen, romantisch geprägter Synagogalmusik und dem jiddischen Klezmer: Ihre Kontraste, Harmonie und Übergänge werden in einem “Webmuster” in diesem Konzert auszugsweise hörbar.
Idee und Konzept: Franz Streuber

Eintritt: 10/6 Euro

 
19:30 Uhr • Lehmanns Galeriecafe
Weiber, Wahnsinn und Dämonen
Musikalisch-literarische Revue zum 100. Geburtstag von Isaac Bashevis Singer
mit Michael Chaim Langer und Joachim Günther (Tübingen - Gruppe JONTEF)
Die Texte des jüdischen Autors I.B. Singer, der ein genialer Beobachter des jüdischen Lebens und Meister des jüdischen Humors war, werden in dieser Revue verbunden mit jiddischem Swing, mitreißend für das Klavier arrangiert. Zu hören sind jüd. Evergreens aus dem New York der 20er/30er Jahre und Lieder von Georg Kreisler.
Ein mitreißender Sound, der im Ohr und im Herzen bleibt.

Eintritt: 10 Euro

 
Montag
20. März
19 Uhr • Restaurant Schalom
Was bedeutet koschere Küche?
Der Vortrag von Lars Ariel Dziuballa vermittelt Einblicke in die Besonderheiten der jüdischen Küche. In lockerer Atmosphäre beantwortet der Referent auch die Fragen der Gäste.
Um Anmeldung im “Schalom” wird gebeten!

Leider ausverkauft – aufgrund der großen Resonanz sind keine Reservierungen mehr möglich!

 
20 Uhr • Schauspielhaus/Kleine Bühne
“Rabbi Löw und der Golem“ – Geschichten aus dem alten Prag
Figurentheater mit Stabmarionetten für Jugendliche und Erwachsene, mit den fundus-MARIONETTEN-dresden.
Im Mittelpunkt steht das verzweifelte Bemühen Rabbi Löws, die Prager Judenstadt vor Pogromen zu schützen. Das Stück hinterfragt Werte wie Gemeinnutz und Eigennutz und fordert zur Toleranz der Glaubensrichtungen auf.

Eintritt: 9,50 Euro

 
19:30 Uhr • Evangelisches Forum
Hebräisch im alten Israel
Daniel Naumann (Chemnitz), Lehrer für biblisches Hebräisch, gibt in seinem Vortrag Einblicke in die Entstehung des Alphabets und einen Überblick über die Stellung des Hebräischen im 1. Jahrtausend v.u.Z.
Gemeinsam mit den Gästen wird ein Satz aus einer bekannten biblischen Geschichte erarbeitet und es gibt Informationen, wo man in Sachsen Hebräisch erlernen kann.

Eintritt frei

 
Dienstag
21. März
18 Uhr • DAStietz/Treffpunkt: Steinerner Wald
Jüdische Warenhäuser in Chemnitz
Von “Königsfeld & Co.” über “Tietz” zu “Schocken”
Ein kulturhistorischer Rundgang mit Dr. Jürgen Nitsche
Der Rundgang endet nach ca. 1,5 h wieder am DAStietz.

Eintritt frei

 
19 Uhr • Restaurant Schalom
Koschere Weine: Verkostung
Herr Lehmann, Weinhändler aus Frankfurt und Kenner koscherer Weine aus aller Welt vermittelt sein Wissen über Besonderheiten und Trends von koscheren Weinen und reicht einige Weinproben.
Um Anmeldung im “Schalom” wird gebeten!

Leider ausverkauft – aufgrund der großen Resonanz sind keine Reservierungen mehr möglich!

 
Mittwoch
22. März
19 Uhr • Restaurant Schalom
Die koschere Küche an Feiertagen
In diesem Vortrag von Lars Ariel Dziuballa stehen Spezialitäten von unterschiedlichen jüdischen Feiertagen im Mittelpunkt, und es werden ein bis zwei Speisen gemeinsam vorbereitet.
Um Anmeldung im “Schalom” wird gebeten!

Leider ausverkauft – aufgrund der großen Resonanz sind keine Reservierungen mehr möglich!

 
19:30 Uhr • Evangelisches Forum
Die Rolle der Frau im Christentum - zwischen Tradition und Neuorientierung
Religionen im Dialog
Vortrag von Dorothee Lücke (Pfarrerin und Leiterin des Ev. Forums)
Mann und Frau wurden von Gott gleich geschaffen, so glauben Juden und Christen.
Welche Rolle spielten Frauen wirklich in den beiden Religionen und wie hat sich das seit dem 19. Jahrhundert verändert?

Eintritt frei

 
20 Uhr • Schauspielhaus/Kleine Bühne
Der kleine Herr Winterstein
Figurentheater mit dem Theater Laboratorium (Oldenburg), es spielt Pavel Möller-Lück

“Plötzlich war er da. In meinem Zimmer stand er an meiner Schreibmaschine. Er kam aus meinen Gedanken, ist meine Romanfigur. Ich hatte gerade begonnen, ein Buch über ihn zu schreiben. Über Roman Winterstein, den berühmten jüdischen Geiger. Er erzählt mir seine Lebensgeschichte und zusammen tauchen wir ein in das Berlin der 40er Jahre.”
Ein hinreißendes Theaterstück für Jugendliche und Erwachsene!

Eintritt: 9,50 Euro

 
Donnerstag
23. März
19:30 Uhr • Evangelisches Forum
Die Rolle der Frau im Christentum - zwischen Tradition und Neuorientierung
Religionen im Dialog
Vortrag von Marion Kahnemann (Künstlerin und Vorsitzende der Gesellschaft für jüd.-christl. Zusammenarbeit, Dresden)
Mann und Frau wurden von Gott gleich geschaffen, so glauben Juden und Christen.
Welche Rolle spielten Frauen wirklich in den beiden Religionen und wie hat sich das seit dem 19. Jahrhundert verändert?

Eintritt frei

 
20 Uhr • Villa Esche
“... Eine kurze Spanne Zeit ist uns zugemessen”
Kammerkonzert mit dem Robert-Schumann-Quartett und Vladimir Stoupel am Klavier

Mit dem Schwerpunkt “Verfemte Musik” erinnern wir an Komponisten, die unter dem Nationalsozialistischen Regime emigrieren mussten, verfolgt und ermordet wurden.
Mendelssohn war 14 Jahre alt, als er das Klavierquartett Nr. 2 schrieb, er wurde nur 38 Jahre alt.
Dem in Chemnitz geborenen Siegmund Schul waren nur 27 Lebensjahre vergönnt, Gideon Klein sogar nur 25. Die bei diesem Konzert aufgeführten Kompositionen entstanden in ihren letzten Lebensmonaten im KZ Theresienstadt.
Und der ebenfalls dort in die “Freizeitgestaltung” einbezogene Pavel Haas war 26 Jahre alt, als er, noch unbeschwert in Brünn, sein Streichquartett “Aus dem Affengebirge” schrieb. Er war 45 Jahre alt, als sein Leben im KZ Auschwitz endete.

Eintritt: Vorverkauf 17/12 Euro • Abendkasse 22/18 Euro

 
Samstag
25. März
20 Uhr • Villa Esche
“Fremd im eigenen Land”
Kammerkonzert mit dem Chagall-Quartett Frankfurt
Die Musiker, die aus der ehemaligen Sowjetunion stammen, möchten ihrem Publikum Kompositionen näher bringen, die zur Zeit des Nationalsozialismus und Stalinismus zur “Verfemten Musik” gehörten.
Die Streichkonzerte von Szimon Laks und Józef Koffler sind Liebeserklärungen an die Landschaften ihrer Jugend, von polnischer und ukrainischer Volksmusik inspiriert.
Der Frankfurter Bernhard Sekles schrieb seine Passacaglia in Verehrung für B-A-C-H.
Paul ben-Haim versuchte, sich schon in München mit Musik “im Mittelmeer-Stil” in seiner künftigen Heimat Israel zu verankern.

Eintritt: Vorverkauf 17/12 Euro • Abendkasse 22/18 Euro

 
Sonntag
26. März
NEU 17 Uhr • DAStietz/Stadtbibliothek
Warum dauert die Stille so lange?
Jüdischer Kulturbund in Dresden und Chemnitz 1933-1938
Der Vortrag der Dresdner Musikwissenschaftlerin Dr. Agata Schindler befasst sich mit dem Schicksal der aus ihrem (Berufs)Leben verdrängten jüdischen Künstler und den besonderen Auftrittsmöglichkeiten in der “geschlossenen Gesellschaft” des Jüdischen Kulturbundes.

Live Musik im Stil der Comedian Harmonists beschließt die 15. Tage der jüdischen Kultur.

Eintritt: 8/6 Euro


Rahmenveranstaltungen

Jakobikirche

Eröffnung am 15.3.2006, 17 Uhr

15.3. - 26.3.2006
10.00 - 18.00 Uhr

“Zeichnungen eines kindlichen Historikers”
Eine Ausstellung der Gedenkstätte Buchenwald.
Thomas Geve (Israel) fertigte die ausgestellten Zeichnungen als 16-Jähriger, direkt nach der Befreiung des KZ Buchenwald, als“ Tagebuch” für seinen Vater an. Herr Geve wird die Ausstellung persönlich eröffnen.
Egmont Elschner liest dazu Texte von ihm.
Während der Tage der jüdischen Kultur wird Thomas Geve Gespräche mit Schülern führen.

Eintritt frei

 
Kraftwerk e.V. ”Jerusalem - Impressionen einer Stadt”
Fotoausstellung von Dr.-Ing. Miroslaw Rucki (TU Posen)
Finissage: 19.3.2006, 17.00 Uhr

Eintritt frei

 
Geriatriezentrum

15.3. - 15.6.2006
10.00 - 19.00 Uhr

“Land, Stadt, Stetl”
Malereien von Boris Akselrod
Galerie im Foyer
Eröffnung: 15.3.2006, 15.00 Uhr, mit Prof. Helmut Heinze (Dresden)

Eintritt frei

 
Soziokulturelles Zentrum "QUER BEET"

Eröffnung am Di, 21.3. 18 Uhr

dienstags bis freitags
13-17 Uhr
sowie auf Anfrage

„Eine alltägliche Bedrohung“ - aktueller Antisemitismus in Deutschland und Europa
Eine Ausstellung der Amadeu-Antonio-Stiftung.

Eröffnung durch Dr. Werner Abel / TU Chemnitz

Antisemitismus im Nahen Osten, Antisemitismus in Europa – Antisemitismus in Deutschland?
Antisemitismus ist allgegenwärtig, der Holocaust wird geleugnet, jüdische Friedhöfe werden geschändet.
Hassäußerungen werden im Internet gefördert ... Antisemitismus ist Gewalt, denn er bedroht Juden physisch und psychisch.
Antisemitismus äußert sich offen, doch mehr noch in versteckter Form.
Antisemitismus ist rassistisch und menschenverachtend.
Um gegen Antisemitismus vorgehen zu können, bedarf es Wissen, Bildung und Aufklärung.
Die Ausstellung wird genau diesen Ansprüchen gerecht. In ihr werden nicht nur Formen des Antisemitismus aufgezeigt, sondern es wird gezeigt, wie bewusst gegen Antisemitismus vorgegangen werden kann.

Die Ausstellung ist auch für Kinder und Jugendliche geeignet.

Eine Gemeinschaftsinitiative der Rosa-Luxemburg-Stiftung Chemnitz e.V.
und des Soziokulturellen Zentrums QUER BEET.

Anmeldungen von Schulklassen – auch in den Vormittagsstunden – nehmen wir gern entgegen.

Eintritt frei

 
Clubkino Siegmar, Kleiner Saal

Mo 20.3. + Di 21.3.
20.00 Uhr

Promises (USA 2001 Regie: Carlos Bolado)
Ohne die Oberflächlichkeit der Nachrichten magazine, zeigt der Dokumentarfilm ein menschliches Porträt des israelisch - palästinensischen Konfliktes. Das Filmteam hat vier Jahre lang das Leben von Kindern in Jerusalem porträtiert. (O.m.dt.U.)

Eintritt: 4/3 Euro

 
Clubkino Siegmar, Kleiner Saal

Mi 22.3. + Do 23.3.
20.00 Uhr

Shnat Effes- Die Geschichte vom bösen Wolf (Israel 2004 Regie: J. Pitchhadze)
Vorpremiere vor dem offiziellen Bundesstart!!!
Geschichten vom Leben im heutigen Israel.
Großes Gefühlskino! (O.m.dt.U.)

Eintritt: 4/3 Euro

 
Clubkino Siegmar, Kleiner Saal

Fr 24.3. - Soi 26.3.
20.30 Uhr

Der Zug des Lebens (Frankreich/Belgien 1998 Regie: Radu Mihaileanu)
1941: Die Bewohner eines kleinen jüdischen Stetls organisieren ihren eigenen Deportationszug, um der Verschleppung durch die Deutschen zu entkommen. Eine bittere Komödie.
(Wegen großer Nachfrage nochmals im Programm.)

Eintritt: 4/3 Euro

 
TDJK Symbolbild